Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 940
Landgrafenstadt Darmstadt

Darmstadt, Stadtkirche
Epitaph des Philipp VI Graf von Waldeck

Dieses Renaissance-Epitaph wurde für den verstorbenen Sohn, Philipp VI. v. Waldeck (4.10.1551 - 8.11.1579), Canonicus zu Straßburg, von seiner Mutter Anna im Jahre 1582 gestiftet. Die Inschrift lautet: "ILLVSTRI ET GENEROSO DOM PHILIPPO COMITI A WALDECK QVI HIC SITVS EST MATER PIENTISSIMA MOERENS P C OBIIT VI IDVS NOVEMB ANNO 15 82". Das Epitaph ist mit "NB" signiert.

Die Eltern des nur 28jährig verstorbenen Grafen Philipp VI. v. Waldeck waren Johann I. Graf v. Waldeck-Landau (1521/1522 - 9.4.1567) und Anna zur Lippe (ca. 1529 - 24.11.1590). Seine Großeltern waren väterlicherseits Philipp III. Graf v. Waldeck-Eisenberg (9.12.1486 - 20.6.1539) und Anna v. Cleve (21.5.1495 - 24.5.1567) sowie mütterlicherseits Simon V. Graf zur Lippe (1471 - 17.9.1536) und Magdalena v. Mansfeld (- 23.1.1540).

Fünf Wappen finden wir an dem Epitaph, ein Vollwappen und vier Wappenschilde. Das Vollwappen zeigt das Stammwappen der Grafen von Waldeck, einem alten Grafengeschlecht, das seit 1712 reichsfürstlich wurde und 1806 sogar souverän, in Gold einen achtstrahligen schwarzen Stern. Die Helmzier ist ein goldener Flug, beiderseits belegt mit einem achtstrahligen schwarzen Stern. Die Helmdecken sind schwarz-golden.

In ganz ungewohnter Weise sind die Wappenschilde der Eltern aufgeteilt: Die beiden mittleren Schilde zeigen das gevierte Wappen der Grafen zur Lippe: Feld 1 und 4: In Silber eine rote Rose mit goldenem Samen und Kelchblättern (Bart) (Stammwappen zur Lippe). Feld 2 und 3: In Rot ein 6-strahliger goldener Stern, darauf eine natürliche (schwarz-silberne) Schwalbe sitzend (Grafschaft Schwalenberg).

Die beiden äußeren Wappenschilde sind wiederum Waldeck-Wappenschilde. Beide sind geviert mit Herzschild. In beiden Herzschilden ist das Stammwappen der Grafen von Waldeck, in Gold ein achtstrahliger schwarzer Stern. Beide Hauptschilde sind aus je zwei Komponenten geviert. Der optisch linke Schild: Feld 1 und 4: In Silber ein rotes Ankerkreuz (Grafschaft Pyrmont), Feld 2 und 3: In Silber 3 (2:1) golden gekrönte, schwarze Adlerköpfe (auch als Rabenköpfe angesprochen, Herrschaft Hohenack, Elsaß), der optisch rechte Schild: Feld 1 und 4: In Silber ein golden gekrönter, roter Löwe, das Feld mit querliegenden, blauen Schindeln bestreut (Herrschaft Geroldseck, Elsaß (Saverne), Feld 2 und 3: In Silber 3 (2:1) rote Schildchen (Grafschaft Rappoltstein, Elsaß). Beide Schilde zusammen ergeben den später geführten vermehrten Schild des Grafenhauses Waldeck, der als weitere, hier nicht repräsentierte Komponente noch in Blau einen golden gekrönten, silbernen Löwen mit Doppelschweif (Herrschaft Tonna) enthält. Hier im Jahre 1582 war der Anspruch auf die elsässischen Besitzungen noch eine relativ junge Idee, denn Johann Jacob Graf zu Rappoltstein, Herr zu Hohenack und Geroldseck am Wasichin, starb erst 1673, was das Erlöschen des Geschlechtes in männlicher Linie bedeutete.

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher
Genealogien entnommen aus Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
Stadtkirche Darmstadt:
http://www.stadtkirche-darmstadt.de

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Die Wappen der Grafen und Fürsten von Waldeck-Pyrmont

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Aufnahmen aus der Stadtkirche zu Darmstadt mit freundlicher Erlaubnis von Herrn Pfarrer Martin Schneider vom 12.06.2008 (http://www.stadtkirche-darmstadt.de)

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