Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 904
Karlstadt am Main (Unterfranken)

Karlstadt, fürstbischöfliche Amtskellerei (Hauptstraße 42)

Um 1200 war hier ein dreigeschossiger Wohnturm, der als bischöfliches Curien-Verwaltungsgebäude genutzt wurde. Im Bild ist er rechts im Bild zu erkennen. Im ersten Obergeschoß befindet sich ein Saalgeschoß mit einem einzigen durchgehenden Raum mit Kamin. Im zweiten Obergeschoß sehen wir spitzbogige, gekuppelte Fensteröffnungen des frühgotischen Wohnturms. Das Dach war früher anders, es ist von einer umlaufenden zinnenbesetzten Brustwehr auszugehen. 1286 wurde das Ensemble zur Amtskellerei ausgebaut, d. h. hier wurde der dem Bistum als Landesherrn zustehende Zehnte in Form von Wein und Früchten entgegengenommen, abgerechnet und gelagert. 1584-1602 wurde der Bau mit steinernem Sockel und Fachwerkobergeschoß errichtet. Innenräume und Portal wurden ausgemalt von Wolfgang Ritterlein aus Nürnberg. 1631 wohnte der schwedische König Gustav Adolf in der Amtskellerei. 1661 wurde der Bau hofseitig erweitert. 1814 war hier das bayerische Rentamt untergebracht, dem Vorläufer des Finanzamtes. 1918 wurde das historische Gebäude Gendarmerie-Hauptstation, 1945 Sitz der Landespolizei, und auch heute noch ist hier die Polizeiinspektion Karlstadt untergebracht.

Das Wappen des Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn (reg. 1573-1617) über dem reich verzierten Rundbogenportal ist geviert:

Zum Wappen gehören drei Helme:

Hier haben wir eine darstellerische Besonderheit: Nicht wie sonst üblich werden Krummstab und Schwert, die Insignien geistlicher und weltlicher Macht, hinter dem Wappen schräggekreuzt, sondern der Wappenschild mit lebendig geformtem und beiderseits eingebuchteten Schildrand liegt einem größeren Halbrundschild auf, und in diesem befinden sich die schräggekreuzten Insignien unter dem eigentlichen Wappenschild.

Man beachte die wunderschöne Gestaltung des Torbogens mit Löwenmaske und Rosetten.

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Band Bistümer
Peter Kolb: Die Wappen der Würzburger Fürstbischöfe. Herausgegeben vom Bezirk Unterfranken, Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. und Würzburger Diözesangeschichtsverein. Würzburg, 1974. 192 Seiten.
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4
Karlstadt:
http://www.karlstadt.de, Sehenswürdigkeiten: http://www.karlstadt.de/sites/gensite.asp?SID=cms220520081700257644922&Art=035:199&C=3

historisches Rathaus - Amtskellerei - Landratsamt - oberes Stadttor (Katzenturm)

Die Entwicklung der Wappen der Fürstbischöfe von Würzburg - Teil (1) - Teil (2) - Teil (3) - Teil (4)
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