Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 903
Karlstadt am Main (Unterfranken)

Karlstadt, historisches Rathaus

Das Kopfende des historischen Markplatzensembles bildet das historische Rathaus (Marktplatz 1), 14 m breit und 40 m tief, 1422 errichtet (Datierung in der Bauinschrift über dem Portal zum Obergeschoß). Es war nicht nur Rathaus, sondern auch Tanzhaus für die Bürgerschaft und auch Kaufhaus, denn im Erdgeschoß war eine dreischiffige Markthalle, auch die Stadtwaage war hier untergebracht, und im ersten Stock befand sich einer der bis heute größten Bürgersäle Frankens, ein Mustertyp des deutschen Rathauses mit seinen verschiedenen Funktionen. Den einzigen Zugang zum Obergeschoß bildete eine doppelläufige Freitreppe, die auf einem kleinen Podest mit Brüstung endete. Unter dem Podest war ein Raum für die Stadtwache nebst Arrestmöglichkeit. Im ersten Obergeschoß finden wir charakteristische gotische Fenster, dreiteilig mit erhöhtem Mittelfeld. darüber befinden sich zwei Reihen großer Fenster mit steinernem Fensterkreuz. An den Versammlungssaal wurde bald eine Ratsstube angebaut. Zum Marktplatz hin hat das Gebäude einen schlichten Treppengiebel. 1669 wurde die Treppe ins Obergeschoß unter Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn (reg. 1642-1673) erneuert, aus dieser Zeit stammt das daran angebrachte Wappen. Das Wahrzeichen der Stadt Karlstadt ist das sog. "Schwedenmännle" von 1718 in der Nische ganz oben unter dem Glockentürmchen. 1976 zog die Stadtverwaltung in das neue Rathaus um.

Hier haben wir das spätere Wappen von Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn (reg. 1642-1673), wie es ab 1663 geführt wurde, als er auch noch Fürstbischof von Worms geworden war. Das Zeitfenster paßt zu der Jahreszahl 1669 an der Brüstung. Das Wappen ist geteilt und zweimal gespalten und mit Herzschild belegt:

Hinter dem Wappen finden wir schräggekreuzt Schwert und Krummstab, auf dem Schildrand den Fürstenhut. Unter der Wappenkartusche eine exquisite Maske, beiderseits daneben Vegetabilia. Zwei hersehende Löwen dienen als Schildhalter.

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Band Bistümer
Peter Kolb: Die Wappen der Würzburger Fürstbischöfe. Herausgegeben vom Bezirk Unterfranken, Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. und Würzburger Diözesangeschichtsverein. Würzburg, 1974. 192 Seiten.
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4
Karlstadt:
http://www.karlstadt.de, Sehenswürdigkeiten: http://www.karlstadt.de/sites/gensite.asp?SID=cms220520081700257644922&Art=035:199&C=3

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Die Entwicklung der Wappen der Fürstbischöfe von Würzburg - Teil (1) - Teil (2) - Teil (3) - Teil (4)
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