Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 853
Kronach (Oberfranken): Bamberger Bischofsfestung

Kronach: Festung Rosenberg
Teil (16): Bastion St. Philipp

Bastion St. Philipp
Diese Bastion im Osten wurde zwar eigentlich schon als zweite Bastion unter Fürstbischof Philipp Valentin Voit von Rieneck (1653-1672) unter dem Namen Bastion St. Sebastian ab der Grundsteinlegung durch den Fürstbischof selbst am 24.4.1659 erbaut, doch war sie bald schon baufällig und stürzte aufgrund ungenügender Entwässerung kurz nach Erbauung zum Großteil ein, so daß sie unter Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg (1683-1693) 1693 erneuert werden mußte. Dabei wurde ein Schacht eingebaut mit Entwässerungsstollen, die das Wasser ins Kronachtal leiteten. Sie besitzt eine abgesenkte Flanke im Südosten und enthält die vier größten Kasematten der Gesamtanlage. Jede einzelne Kasematte besaß einen Entwässerungsschacht, der Kugelgarten weitere drei Schächte. Hier wurde 1944 ein Rüstungsbetrieb eingerichtet (s. u.). In ihrer Ostspitze hat die Bastion einen 30 m tiefen Brunnen, durch den ein unterirdischer Gang führt. An dieser Bastion läuft der äußere Wallgraben aus, der begleitende Abhang des Bergsporns dient hier wieder als natürliche Verteidigung. Die Spitze der Bastion trägt ein Wachtürmchen auf gestuftem Kragsockel.

Abb.: Bastion St. Philipp von Ostsüdosten. An dieser Bastion befinden sich auf der Südostflanke drei Wappensteine nebeneinander: Das zentrale Wappen von Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg (Wappen 34) wird flankiert von dem von Otto Philipp von Guttenberg, Bamberger Dompropst, und dem von Carl Sigismund von Aufseß, Domdekan des Hochstiftes Bamberg.

Abb.: Das zentrale Stauffenberg-Wappen (Wappen Nr. 34), darunter die Bauinschrift, die die Wiederherstellung der eingestürzten Bastion unter Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg beschreibt und das Datum 1693 aufführt. Zwei Löwen dienen als Schildhalter.

Das Wappen ist ein zusammengestelltes Wappen mit zwei nebeneinander gestellten, separaten Wappenschilden für die Amts- und Familienkomponente:

Obendrüber die wuchtige Kaiserkrone des kaiserlichen Hochstifts Bamberg.

Linke Abb.: Stauffenberg-Wappen, Ausschnittsvergrößerung in anderem Licht. Rechte Abb.: Wachtürmchen auf der Bastionsspitze.

Linke Abb.: Wappen von Otto Philipp von Guttenberg, Bamberger Dompropst (Wappen Nr. 35, in Blau eine goldene Rose mit doppelter Blattlage und mit goldenem Butzen). Rechte Abb.: Wappen von Carl Sigismund von Aufseß, Domdekan des Hochstiftes Bamberg (Wappen Nr. 26, in Blau ein silberner Balken, belegt mit einer roten Rose).

Abb.: Bastion St. Philipp von Süden im flachen Morgenlicht. Deutlich zu sehen die Absenkung der Flanke, obendrauf der Kugelgarten. Im Vordergrund links ist schon der Ansatz von Bastion St. Heinrich zu erkennen. Zurückgesetzt die Kurtine zwischen beiden Bastionen. Die drei beschriebenen Wappensteine sind rechts an der Flanke zu erkennen.

Position der sonstigen Wappen:

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere die Bände Bayern und Bistümer
Festung Rosenberg:
http://www.festung-kronach.de/
Bernd Wollner, Die Festung Rosenberg, ein Führer und Begleiter durch Kronachs berühmte Wehranlage, Hrsg.: Tourismus- und Veranstaltungsbetrieb der Stadt Kronach, Kronach 2002, ISBN 3-00-009879-8
Vor Ort aufgestellte Informationstafeln
750 Jahre Festung Rosenberg. Kunst, Kultur und Geschichte in und um Kronachs Wahrzeichen. Hrsg.: Verein "1000 Jahre Kronach". Kronach 1999.
Faltblatt der Tourist-Information Kronach "Rundgang durch die Festungsanlagen"
Tillmann Breuer: Festung Rosenberg über Kronach. München 1990.
Hans Kremer, Festung Rosenberg, Kronach 1974.
Hans Kremer, Helmut Wenig: Wappensteine - Steininschriften in Kronach und auf der Festung Rosenberg, Kronach 1976
Heinz Müller: Die Festung Rosenberg in Kronach. Kurze Einführung in Geschichte und Rundgang. Kronach 1985.

Kronach (Oberfranken): Festung Rosenberg, bis zu G. v. Schaumberg - Ausbau unter P. v. Henneberg - Ausbau unter W. v. Redwitz - Nordostturm - Schmiedsturm - Dicker Turm - Fürstenbau und Spitaltor- Ausbau unter V. v. Würtzburg - Zeughäuser - Südflügel - Zeughaustorbau - Festungstor - Bastion St. Valentin - Bastion St. Kunigunde - Bastion St. Heinrich - Bastion St. Philipp - innere Mauer der Bastion - Bastion St. Lothar - innere Mauer Südkurtine - Artilleriekaserne - Vorwerke

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