Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 852
Kronach (Oberfranken): Bamberger Bischofsfestung

Kronach: Festung Rosenberg
Teil (15): Bastion St. Heinrich

Bastion St. Heinrich
Diese Bastion im Süden wurde zwar schon unter Fürstbischof Philipp Valentin Voit von Rieneck (1653-1672) ab 1671 (Grundsteinlegung am 3.8.1671 durch Joachim Conrad von Seckendorff, Bamberger Domkapitular) angelegt. Sie ragt bis zu 25 m hoch auf und besitzt zwei gesenkte Flanken. Der Bau dauerte relativ lange, 1677 hatte man erst die Höhe der gesenkten Flanken erreicht (an den Seiten und zusätzlich an der Spitze), aus dieser Zeit stammt das Wappen an der nach Süden gerichteten Nase der Bastion von Fürstbischof Peter Philipp von Dernbach (1672-1683), und die Vollendung der Bastion zog sich bis ins Jahr 1689 hin, und da war schon Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg (1683-1693) auf dem Bamberger Bischofsstuhl. In den unzugänglichen Bereichen befinden sich noch Wappen von Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg (1683-1693) und Lothar Franz von Schönborn (1693-1729). Das gut sichtbare, spektakuläre Wappen ist das an der Bastionsnase von Peter Philipp von Dernbach (Wappen Nr. 27).

Abb.: Blick vom Zufahrtsweg nach Osten auf die Bastion St. Heinrich. Deutlich zu erkennen die gesenkte Flanke diesseits und die gesenkte Spitze jenseits des hohen Flankenteiles.

Abb.: Blick auf die Südecke der Bastion St. Heinrich. An der gesenkten Spitze über dem Wappenstein auf zwei Konsolen ein Wachtürmchen. Vom Erdboden bis zur Ecke der gesenkten Spitze beträgt die Höhe 19.50 m, das Wachhäuschen nicht mitgerechnet. Bis zur vollständigen Höhe der Bastion fehlen noch 8.50 m, das ist das Ausmaß der Absenkung der Spitze.

Abb.: Blick auf das Dernbach-Wappen an der Spitze der Bastion, gehalten von zwei hersehenden Löwen als Schildhalter, darunter die Bauinschrift mit Datierung auf 1677. Sie lautet im Detail: "PETRVS PHILIPPVS EP(ISCOP)VS ET S(ANCTI) R(OMANI) I(MPERII) P(RINCEPS) BAMB(ERGENSIS) ET HERBIP(OLENSIS) FRANC(ONIAE) ORIENTALIS DUX ANNO 1677" = Peter Philipp Bischof von Bamberg und Würzburg und des Heiligen Römischen Reiches Fürst und Herzog von Ostfranken Anno 1677. Obendrüber eine wuchtige Kaiserkrone.

Peter Philipp von Dernbach war 1672-1683 Bischof von Bamberg, aber erst ab 1675 Bischof von Würzburg. Das Wappen mit beiden Hochstiften ab 1675 ist geviert mit Herzschild:

Oben drüber die Kaiserkrone des Hochstifts Bamberg (kaiserliche Stiftung). Hinter dem Schild schräggekreuzt Schwert (auf der rechten Seite) und Krummstab (auf der linken Seite).

Position des Wappens des Fürstbischofs Peter Philipp von Dernbach (1672-1683)

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere die Bände Bayern und Bistümer
Festung Rosenberg:
http://www.festung-kronach.de/
Bernd Wollner, Die Festung Rosenberg, ein Führer und Begleiter durch Kronachs berühmte Wehranlage, Hrsg.: Tourismus- und Veranstaltungsbetrieb der Stadt Kronach, Kronach 2002, ISBN 3-00-009879-8
Vor Ort aufgestellte Informationstafeln
Peter Kolb: Die Wappen der Würzburger Fürstbischöfe. Herausgegeben vom Bezirk Unterfranken, Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. und Würzburger Diözesangeschichtsverein. Würzburg, 1974. 192 Seiten.
750 Jahre Festung Rosenberg. Kunst, Kultur und Geschichte in und um Kronachs Wahrzeichen. Hrsg.: Verein "1000 Jahre Kronach". Kronach 1999.
Faltblatt der Tourist-Information Kronach "Rundgang durch die Festungsanlagen"
Tillmann Breuer: Festung Rosenberg über Kronach. München 1990.
Hans Kremer, Festung Rosenberg, Kronach 1974.
Hans Kremer, Helmut Wenig: Wappensteine - Steininschriften in Kronach und auf der Festung Rosenberg, Kronach 1976
Heinz Müller: Die Festung Rosenberg in Kronach. Kurze Einführung in Geschichte und Rundgang. Kronach 1985.

Kronach (Oberfranken): Festung Rosenberg, bis zu G. v. Schaumberg - Ausbau unter P. v. Henneberg - Ausbau unter W. v. Redwitz - Nordostturm - Schmiedsturm - Dicker Turm - Fürstenbau und Spitaltor- Ausbau unter V. v. Würtzburg - Zeughäuser - Südflügel - Zeughaustorbau - Festungstor - Bastion St. Valentin - Bastion St. Kunigunde - Bastion St. Heinrich - Bastion St. Philipp - innere Mauer der Bastion - Bastion St. Lothar - innere Mauer Südkurtine - Artilleriekaserne - Vorwerke

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