Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 829
Wappenkunst in Schwäbisch Hall

Heraldische Denkmäler an St. Michael zu Schwäbisch Hall - Teil (2)

Grabplatte Nr. 3: Johann Weidner
Angebracht auf der Südseite von St. Michael (obere Abb. tags im Sonnenschein, untere Abb. bei nächtlicher Beleuchtung). Inschrift: "D(EUS) O(PTIMUS) M(AXIMUS) S(ALVATOR) AN(N)O MDCVI DEN XXIX OCTOB(RIS) VMB HALB NEVN VHR VOR MITTAG IST IN GOTT SEELIG ENTSCHLAFFE(N) DER EHRWÜRDIG WOLGELEHRT HERR IOAN(ES) WEIDNER VON LE(N)DSI(E)DEL P. L. GEWES(EN)ER DECANVS V(N)D PREDIGER ALLHIE ETC. SEINES ALTERS LXI IAR WENIGER XI TAG DEM GOTT GNADE AMEN" Und "SYMBOLVM IOAN WEIDNERI AVS DEM CXVIII PSALM V 17 ICH WERDE NIT STERBEN SONDER(N) LEBE(N) VND DES HERREN WERCK VERKINDIGEN"

Das Wappen Weidner ist in Blau ein silberner Schwan mit rotem Schnabel, um den Hals eigentlich einen goldenen Ring tragend. Hier auf dem Stein ist kein solcher Ring zu erkennen, aber auf der Darstellung auf der Wappentafel innen in der Kirche St. Michael für Johann Wolffgang Weidner ist er deutlich zu sehen. Helmzier ein offener, silberner Flug, Helmdecken blau-silbern, Farben nach der Tafel im Innern der Kirche St. Michael mit dem Wappen für Johann Wolffgang Weidner 1667. Dort ist der goldene Helmwulst interessanterweise mit roten Rosenblüten besetzt. Auf der Stiftertafel Reichalmosen ist ein Wappen für Euphrosine Wibel geb. Weidner (1677-1745), bei dieser Darstellung schwebt über dem Kopf des Schwans eine goldene Krone. Die Familie ist eine alte Haller Familie, sie wird bereits 1397 erwähnt. Vgl. K. Schäuffeles Wappensammlung Nr. 132 und Württembergisches Adels- und Wappenbuch, Seite 1009.

In den beiden unteren Ecken befinden sich die Wappenschilde seiner beiden Frauen, Katharine Stadtmann optisch links - ein redendes Wappen mit einer silbernen Stadt mit roten Dächern vor schwarzem Hintergrund, genauer in schwarz eine silberne Mauer mit offenem Thor mit offenem Fallgitter, dahinter Türme und andere städtische Gebäude. Helmzier wäre ein wachsender Geharnischter, die Sturmhaube mit drei Federn (silbern-schwarz-rot) besteckt, in der Rechten eine Partisane (Hellebarde) haltend, und genauso ist es im Innern der Kirche mehrfach auf den Wappentafeln abgebildet (vgl. Siebmacher, 5. Band, 4. Abt. S. 15, Tafel 18) - und Katharina Vischer optisch rechts, ein schräglinksgestellter Fisch, begleitet von zwei Rosen.

Blick von Südwesten über den Marktplatz auf die steile Stufenflucht zur Michaelskirche.

Grabplatte Nr. 4: Johannes Bootz
Angebracht auf der Südseite von St. Michael. Inschrift: "Im Jahr Christi 1632 den 14. Tag January zu nachts zwischen 11 und 12 uhr ist in Christo sanfft und selig entschlaffen der Weyland Ehrwürdig und wolgelehrt Herr Johannes Bootz, geweßner Pfarrer Zu S(t). Michell, und eines Ehrw(ürdigen) Capituls Procurator etc. Seines Alters in dem 47. des Predigampts 24. Jahr. Deme Gott ein fröhliche aufferstehung verleihen wolle. Amen" und "Tetrastichon ex Symb: Superiore. ME TURBANT COM(M)ISSA QUIDEM PECCATA SED ABSIT SUM(M)I UT DESPEREM DE BONITATE DEI NAM LICET INCUTIANT TREPIDUM DELICTA TIMORE(M); ME TAMEN EXHILARANT VULNERA CHRISTE TUA, Mein sünd mich werden kräncken sehr, Mein Gewissen wird mich nagen, Denn Ihr seid viel wie sand am Meer, Doch will ich nit verzagen, Bedenken will Ich an dein Todt, Herr Christe deine wunden roth, Die werden mich erhalten."

Das Wappen Botz oder Bootz - vgl. Alter Siebmacher, Band 5, Seite 261 "Die Bötzin" - zeigt einen geteilten Schild, oben in Blau ein goldener Löwe (im Siebmacher doppelschwänzig angegeben) mit einem länglichen, jochähnlichen Gegenstand zwischen den Pranken, unten 5x (hier 4x) von Silber und Rot schrägrechts geteilt. Helmzier der Löwe aus dem Schild zwischen zwei Büffelhörnern, die 5x schräg nach innen von Rot und Silber geteilt sind. Helmdecken rot-silbern und blau-golden.

Johannes Bootz wurde am 11.8.1585 geboren. Er studierte Theologie in Wittenberg. 1608 wurde er Pfarrer in Rügland im Coburger Raum. 1614 kehrte er nach Hall zurück und wurde Pfarrer in Unterlimpurg, die Pfarrei unter der Burg der Schenken von Limpurg. 1615 wurde er schließlich Subdiakon (Hypodiakonus) bei St. Michael in Schwäbisch Hall. 1619 wurde er Archidiakonus, und seine Laufbahn wurde schließlich 1626 mit der Bestallung zum Stadtpfarrer gekrönt. Am 14.1.1632 verstarb er. Er war zweimal verheiratet und hatte insgesamt 10 Kinder.

Literatur, Quellen und Links:
Siebmachers Wappenbücher
Gerd Wunder: Personendenkmale der Michaelskirche in Schwäbisch Hall, Verlag Haller Tagblatt 1987
Gerd Wunder, Die Bürger von Hall. Sozialgeschichte einer Reichsstadt 1216-1802 (Forschungen aus Württembergisch Franken, Bd. 16), Sigmaringen, Jan Thorbecke, 1980
Gerd Wunder u. Georg Lenckner: Die Bürgerschaft der Reichsstadt Hall von 1395 - 1600 (Württembergische Geschichtsquellen, Bd. 25), Stuttgart (Kohlhammer) 1956
Eduard Krüger: Schwäbisch Hall - Ein Gang durch Geschichte und Kunst, Eppinger-Verlag Schwäbisch Hall 1990
Die Michaelskirche in Schwäbisch Hall, ein Begleiter durch die mittelalterlichen Kirchen St. Michael, St. Katharina und Urbanskirche, hrsg. von der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Schwäbisch Hall, 2. Auflage 2004
Mitgliedern des GwF-Forums ein herzliches Dankeschön für wertvolle Hinweise, insbesondere Willi Peer
Der freundlichen Dame am Bücherstand von St. Michael ein herzliches Dankeschön für Literatur-Einsichtnahme.
Wappen Weidner:
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Wappen Weidner:
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Wappen Weidner:
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Wappen Stadtmann:
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Wappen Stadtmann:
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Wappen Stadtmann:
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Wappen Bootz:
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Wappen Bootz:
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Der Stadt Schwäbisch Hall und dem Stadtarchiv ein herzliches Dankeschön für mustergültige und vorbildliche Präsentation der Häuser und Wappen der Stadt im Internet.

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