Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 778
Kulturraum Weser: Hameln

Das Leisthaus in Hameln

Das Leisthaus in Hameln (Osterstraße 9) ist ein weiteres Meisterwerk der Weserrenaissance. Es folgt dem Grundtyp eines giebelständigen Hauses mit Auslucht und reicher Verzierung. Das Leisthaus stammt von 15851589 und wurde für Gerd (Gerhard) Leist gebaut, Patrizier und Kornhändler in Hameln. Baumeister ist der bekannte Renaissance-Baumeister Cord Tönnies. Die Fassade zeigt den ganzen ornamentalen Reichtum der späten Weserrenaissance. Und doch - hinter dieser eleganten Fassade verbirgt sich ein Fachwerkhaus.

Große Teile der mit Werksteingliederung ausgeführten Fassade sind noch original erhalten. Die Gliederung erfolgt durch stark profilierte Gesimse, Säulen zwischen den dicht gereihten Fenstern und auf Lücke gestellten Ziersäulen im Giebel. Der Rand des Giebels ist reich verziert mit Voluten und Obelisken. Flächen werden durch sparsam eingesetztes Beschlagwerk verziert. In der Giebelspitze befindet sich ein vergoldeter Neidkopf, um Neid und das Unheil wie Brand, Hochwasser, Mißernte, Hungersnot und Krankheiten vom Haus und seinen Bewohnern abzuwehren. Die Flächen zwischen den Werksteinen scheinen in Ziegelmauerwerk ausgeführt zu sein, doch dies ist gemalt und erfolgte nach Befund bei der letzten Restaurierung, Zeichen eines niederländischen Einflusses und eine Besonderheit in der zeitgenössischen Bauornamentik dieser Region. Seit 1912 ist im Leisthaus sowie im links angrenzenden Gebäude (Stiftsherrenhaus) das Museum der Stadt Hameln untergebracht.

Wappen der Ehefrau, Elisabeth Gogreve, Tochter von Johann Gogreve und Metta Deseniß: In Silber ein gestürzter, roter Anker ohne Stock, aufrecht mit dem Ring nach unten gestellt, begleitet von 3 (2:1) roten Rosen. Helmzier zwei Straußenfedern, Helmdecken rot-silbern.

Wappen des Ehemannes, Gerd (Gerhard) Leist: Schildbild eine Lilie, Helmzier zwei nach außen gestellte Lilien.

Schmuckzone der Auslucht zwischen den beiden Stockwerken der Auslucht mit Darstellung der christlichen Kardinal-Tugenden: Glaube, Hoffnung, Liebe, Gerechtigkeit, Geduld und Klugheit.

Detail mit Darstellungen von zwei der Tugenden (Liebe links und Gerechtigkeit rechts) auf dem Brüstungsfries der Auslucht.

Bekrönung der Auslucht mit einer vollplastischen Lukretia-Figur. Diese antike Gestalt steht hier für die bürgerlich-republikanische Tugend.

Hauptportal mit Löwenmaske und den beiden Wappen des Bauherren-Ehepaares Gerd Leist und Elisabeth Gogreve darüber.

Literatur, Quellen und Links:
Informationstafeln am Gebäude
Photosammlung:
http://www.raymond-faure.com/Hameln/Hameln_Osterstrasse/hameln-leisthaus.html
Stadtrundgang Hameln:
http://www2.hameln.de/stadtrundgang/d_leisthaus.htm
Renaissance in Deutschland:
http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2006/355/pdf/04_Renaissance_in_Deutschland.pdf
Museum Hameln:
http://www.hameln.de/kultur-freizeit/kultur/museum/index.htm
freundliche Auskunft des Museums Hameln
Erholung mit Kunst und Kultur: Die Weserrenaissance 1-3, herausgegeben vom Fremdenverkehrsverband Teutoburger Wald e.V. in Detmold, Bielefeld 1988, ISBN 3-926843-16-0

Hameln: Dempterhaus - Leisthaus - Haus Lackemann - Rikehaus/Rattenkrug - Hochzeitshaus - Emmernstraße 12 - Alte Marktstraße - Kiepehof/Feuerwache

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