Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 756
Blomberg (Lippe)

Blomberg: Klosterkirche, Glasfenster

Die ursprüngliche Verglasung der Klosterkirche Blomberg aus der gotischen Zeit ist spurlos verschwunden. Was wir heute sehen, geht auf eine Restaurierung im Jahre 1911 zurück. Aus Anlaß des 400sten Todestages von Bernhard VII. Herr zur Lippe am 2.4.1911 wurden auf Betreiben von Ernst Thelemann, Blomberger Pastor und Chronist, die neuen Fenster in Auftrag gegeben. Sie wurden angefertigt bei der Kunstanstalt für Glasmalerei von Ferdinand Müller in Quedlinburg und zeigen die Wappen der jeweiligen Stifterehepaare. Die Fenster kosteten damals 600 bzw. 900 Reichsmark.

Hier sind die Stifter Fürst Leopold IV zur Lippe und Bertha Prinzessin von Hessen-Philippstal Barchfeld. Man beachte, daß hier beide Wappen von Angehörigen des Hochadels mit einem Stechhelm abgebildet werden. Heraldisch rechts das Lippe'sche Wappen: in Silber eine rote Rose mit goldenem Samen, hier mit goldenen Kelchblättern. Auf dem Helm eine rote Rose mit goldenem Butzen und goldenen Kelchblättern zwischen einem silbernen und einem roten Adlerflug, Helmdecken rot-silbern. Man beachte die feine Damaszierung des silbernen Feldes. Heraldisch links befindet sich das hessische Stammwappen: In Blau ein silbern-rot neunfach geteilter aufrechter Löwe, golden gekrönt und golden bewehrt. Helmzier zwei Büffelhörner, außen besteckt mit je 6 goldenen Lindenzweigen (auch als Kleestengel bezeichnet). Helmdecken rot-silber. Die Zahl der Kleestengel variiert je nach Zeit der Darstellung von je 3 bis 7. Man beachte, daß auch jedes Mundloch mit einem der sechs Kleestengel besteckt wurde.

Genealogie zu den Wappen:

Leopold IV. Julius Bernhard Adalbert Otto Karl Gustav Fürst zur Lippe (30.5.1871, Oberkassel - 30.12.1949, Detmold)

Bertha Prinzessin v. Hessen-Philippsthal-Barchfeld (25.10.1874, Burgsteinfurt - 19.2.1919, Detmold)

Nachkommen des Leopold IV. Julius Bernhard Adalbert Otto Karl Gustav Fürst zur Lippe (30.5.1871, Oberkassel - 30.12.1949, Detmold)

Hier sind die Stifter Fürst Georg zu Schaumburg-Lippe und Anna Marie von Sachsen-Altenburg. Man beachte, daß auch hier beide Wappen von Angehörigen des Hochadels mit einem Stechhelm abgebildet werden. Heraldisch rechts ist das Wappen der Fürsten von Schaumburg-Lippe, aufgebaut aus geviertem Hauptschild und Herzschild:

Von den drei möglichen Helmen (Holstein, Lippe und Schwalenberg) ist nur der modifizierte Lippe'sche Helm gewählt: Zwischen einem offenen, silbernen Flug eine rote Rose mit goldenem Samen und Kelchblättern, Helmdecken rot-silbern.

Heraldisch links ist das sächsische Stammwappen abgebildet: Von schwarz und Gold neunmal geteilt, darüber ein grüner schrägrechter Rautenkranz. Der Rautenkranz war ursprünglich eine Wappenminderung des alten Askanierwappens durch den jüngeren Bruder Albrecht von Sachsen, während Heinrich von Aschersleben das Askanierwappen unverändert (von schwarz und Gold neunmal geteilt) führte. Die einzige Helmzier ist die des Herzogtums Sachsen: Auf gekröntem Helm ein gekrönter Spitzhut, wie der Schild bez., in der Hutkrone ein natürlicher Pfauenstoß Ursprünglich war das ein breitkrempiger Hut, der dann im Laufe der Zeit zum Spitzhut wurde und das Schildbild als Hilfskleinod wiederholte.

Genealogie zu den Wappen:

Stephan Albrecht Georg Fürst zu Schaumburg-Lippe (10.10.1846, Bückeburg - 19.4.1911, Bückeburg)

Maria Anna Prinzessin v. Sachsen-Altenburg (14.3.1864, Altenburg - 3.5.1918, Bückeburg)

Kinder:

Außenansicht der Klosterkirche Blomberg. Der ehemalige Kreuzgang und die Klostergebäude befanden sich einst im Norden (im Bild "hinter" der Kirche), so daß wir von Süden auf die "Schauseite" mit elaborierten Maßwerkfenstern (Dreipaß, Vierpaß, Variationen des spätgotischen Fischblasenmusters, Dreischneuß) blicken. Imposant die Konstruktion mit zwei Quersatteldächern und Fachwerkgiebeln. Man beachte auch den niedlichen kleinen Fachwerkerker, in dem damals zwei kleine Glocken aufgehängt waren. Das Dach ist zur Gänze mit sog. "Höxterplatten" aus Sandstein gedeckt. 

Literatur, Quellen und Links:
Siebmachers Wappenbücher
Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
Klosterkirche Blomberg, Geschichte:
http://www.blombergref.de/klkirche.htm
Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Blomberg:
http://www.blombergref.de/

Blomberg (Lippe): Klosterkirche: Tumba (1) - Klosterkirche: Tumba (2) - Klosterkirche: Fenster - Klosterkirche: Kopf/Theopold

Die Entwicklung des Hessischen Wappens
Die Entwicklung des Wappens der Herren, Grafen und Fürsten zur Lippe
Die Entwicklung des Wappens der Grafen von Schauenburg in Westfalen
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Veröffentlichung der Innenaufnahmen mit freundlicher Erlaubnis der Ev. ref. Kirchengemeinde Blomberg vom 13.12.2007, an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

© Copyright Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2007
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