Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 749
Barockstadt Fulda

Fulda: Schloß Fasanerie in Eichenzell - Teil 2

Vor dem Mittelrisalit des Ehrenhofes stehen beiderseits des Torweges zwei schildhaltende Löwen mit dem Wappenschild des Fürstabtes Adolf von Dalberg:

Das Wappen des Fürstabtes Adolph von Dalberg ist wie folgt aufgebaut:

Es ist eine kartuschenartige Darstellung ganz ohne Oberwappen und ohne Insignien.

Mit der Säkularisierung und der Auflösung der geistlichen Fürstentümer kam Schloß Fasanerie 1816 an Kurhessen. Während das Schloß in seiner baulichen Integrität nicht verändert wurde, gestaltete man nun 1824 - 1827 unter Wilhelm II. den ursprünglich terrassenförmigen, symmetrisch konzipierten in einen durchgehenden, von geschwungenen Wegen durchzogenen Landschaftsparks englischen Stiles um. Die sehr wertvollen Raumausstattungen im Innern stammen hier vor allem aus der Zeit unter den Landgrafen Wilhelm VIII., Friedrich II. und Wilhelm IX.

1866 wurde Kurhessen durch Preußen annektiert, dabei gingen die hessischen Herrscher des Schlosses durch Enteignung verlustig. Nach langen Verhandlungen zwischen dem König von Preußen und den Landgrafen wurde 1878 das Schloß, wie auch das Fuldaer Stadtschloß, dem rechtmäßigen Erben der hessischen Kurwürde, Landgraf Friedrich Wilhelm, als privater Besitz zugestanden. Dem Landgrafenehepaar, Friedrich Wilhelm und seiner Frau Anna, diente das Schloß bis zu ihrem Tod 1884/1918 als Sommerresidenz.

Am Mittelrisalit des Ehrenhofes ist das Wappen von Kurhessen angebracht. Es berücksichtigt im Vergleich zu vorhergehenden Versionen, daß 1815 das ehemalige Fürstbistum Fulda jetzt als Großherzogtum erhalten wurde. Das Wappen, das in dieser Form 1815-1866 geführt wurde, ist wie folgt aufgebaut:

Heute, nach schwerer Beschädigung im zweiten Weltkrieg und Wiederherstellung gehört das weitläufige Anwesen der Hessischen Hausstiftung. 1951 wurden die ersten Schauräume eröffnet, aber die Fertigstellung des Museums mit circa 60 Schauräumen zog sich bis 1972 hin. Hier wird ein großer Teil der Kunstsammlung (u. a. Antikensammlung, Porzellansammlung, barockes Kunstgewerbe, Mobiliar und Ausstattungskunst des 18. - 19. Jh.) des Hauses Hessen aufbewahrt und ausgestellt, denn das Schloß kann man im Rahmen von Führungen besichtigen. Jeden Sommer wird dazu im Rahmen einer Sonderausstellung im ehemaligen „Badehaus“, eine Auswahl normalerweise verborgener Schätze der Kunstsammlung gezeigt.

Übersicht: Die Äbte und Fürstäbte von Fulda
Philipp Georg Schenk zu Schweinsberg (1567–1568), Fürstabt
Wilhelm Hartmann von Klauer zu Wohra (1568–1570), Fürstabt
Balthasar von Dernbach (genannt Grauel) (1570–1576 und 1602–1606), Fürstabt
Johann Friedrich von Schwalbach (1606–1622), Fürstabt
Johann Bernhard Schenk zu Schweinsberg (1623–1632), Fürstabt
Johann Adolf von Hoheneck (1633–1635), Fürstabt
Hermann Georg von Neuhof (genannt Ley) (1635–1644), Fürstabt
Joachim Graf von Gravenegg (1644–1671), Fürstabt
Kardinal Bernhard Gustav Markgraf von Baden-Durlach (1671–1677), Fürstabt
Placidus von Droste (1678–1700), Fürstabt
Adalbert I. von Schleifras (1700–1714), Fürstabt
Konstantin von Buttlar (1714–1726), Fürstabt
Adolf von Dalberg (1726–1737), Fürstabt
Amand von Buseck, (1737–1756), Fürstabt 1737-1752, Fürstbischof ab 1752
, am 5.10.1752 wurde die Fürstabtei durch Papst Benedikt XIV. in den Rang eines Bistums erhoben.
Adalbert II. von Walderdorff (1757–1759), Fürstbischof 
Heinrich VIII. von Bibra, (1759–1788), Fürstbischof 
Adalbert III. von Harstall, (1789–1814), Fürstbischof bis 1802, danach Bischof. Im Jahre 1803 wurde mit dem Reichsdeputationshauptschluß das geistliche Fürstentum mit seinen Klöstern aufgelöst.

Literatur:
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Band Bistümer.
Kulturamt der Stadt Fulda: http://www.museum-fulda.de
http://www.tourismus-fulda.de/, www.fulda.de, http://www.tourismus-fulda.de/sehenswertes/sehenswuerdigkeiten/index.php
Michael Imhof, Fulda - Ein Führer durch die Barockstadt, Michael Imhof Verlag, 3. Auflage 2006, ISBN 3-935590-03-2 und 978-3-935590-03-7
http://www.schloss-fasanerie.de/, http://www.schloss-fasanerie.de/schloss/index.php

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