Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 746
Barockstadt Fulda

Fulda: Heilig-Geist-Kirche

Die Heilig-Geist-Kirche (Löherstraße 1) wurde 1729 bis 1733 von Hofbaumeister Andreas Gallasini für das 1290 gegründete Heiliggeistspital, das sich einst unmittelbar außerhab der mittelalterlichen Stadtmauer befand, als Hospitalkirche an der Stelle ihrer gotischen Vorgängerin aus dem 13. Jahrhundert erbaut. Über dem Eingangsportal ist das Wappen des Bauherrn zu sehen, Fürstabt Adolf von Dalberg (1726–1737).

Andreas Gallasini wurde am 30.12.1680 in Lugano geboren. Er lernte bei Pietro Magno in Würzburg und später von Julius Ludwig Rothweil. Er war nicht nur als Baumeister, sondern vor allem auch als Stukkateur tätig. Stuckarbeiten von seiner Hand finden sich in den Schlössern von Meiningen, Neuwied, Weilburg, Bad Arolsen und Bad Wildungen und im Rathaus von Bad Karlshafen. 1720 kommt Gallasini nach Fulda und wird von Fürstabt Adolf von Dalberg zum Bauinspektor und fürstäbtlichen Hofbaumeister ernannt. In dieser Position gab es nur eine kurze Unterbrechung 1727-1730. Er wird prägend für die barocke Um- und Neugestaltung der Stadt Fulda und des Umlandes. Zu seinen Werken gehören der nördliche Ehrenhofflügel des Stadtschlosses Fulda (1719-21), die Stukkaturen im Kaisersaal des Stadtschlosses (1728/30), das Propsteigebäude in Zella (1718), die Ausführung der Orangerie in Fulda nach dem Entwurf von Maximilian von Welsch (1722-24), das unvollendet gebliebene Propsteischloß in Fulda-Johannisberg (1726-33), das Rote Schloß in Hammelburg (1726-33), in Fulda die alte Universität (1733-35) und das ehemalige Jesuitenseminar (1731-32) und vor allem Schloß Fasanerie (1739-1750) nebst vielen Kirchen (Zella, Soisdorf, Eiterfeld, Haselstein, Grossenlüder, Schleid, Grossentaft, Batten etc.) und Pfarrhäusern im Umland Fuldas. Der unermüdliche Barockbaumeister starb am 10.2.1766 in Bartenstein.

Das Wappen des Fürstabtes Adolf von Dalberg (1726–1737) über dem Hauptportal ist wie folgt aufgebaut:

Oberwappen mit fünf Helmen:

Auf dem Schlußstein des Portalbogens ist die Widmungsinschrift: "TERTIAE SS. TRINITATIS PERSONAE ET PAVPERIBVS PATRIAE HAS AEDES POSVIT S.(ACRI) R.(OMANI) I.(MPERII) PRINCEPS ADOLPHVS A DALBERG" zu lesen - der dritten Person der Heiligsten Dreifaltigkeit (also dem Heiligen Geist) und den Armen des Vaterlandes hat dieses Gebäude hingestellt des Heiligen Römischen Reiches Fürst Adolph von Dalberg.

Und die Inschrift birgt auch noch ein Chronogramm: TERTIAE SS. TRINITATIS PERSONAE ET PAVPERIBVS PATRIAE HAS AEDES POSVIT S. R. I. PRINCEPS ADOLPHVS A DALBERG = I + I + I + I + V + I + V + I + D + V + I + I + I + C + D + L + V + D + L = 1 + 1 + 1 + 1 + 5 + 1 + 5 + 1 + 500 + 5 + 1 + 1 + 1 + 100 + 500 + 50 + 5 + 500 + 50 = 1729 und kennzeichnet den Baubeginn.

Literatur:
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Band Bistümer.
Kulturamt der Stadt Fulda: http://www.museum-fulda.de
http://www.tourismus-fulda.de/, www.fulda.de, http://www.tourismus-fulda.de/sehenswertes/sehenswuerdigkeiten/index.php
Michael Imhof, Fulda - Ein Führer durch die Barockstadt, Michael Imhof Verlag, 3. Auflage 2006, ISBN 3-935590-03-2 und 978-3-935590-03-7
Erwin Sturm, Die Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Fulda, Fulda 1984
C. Grottker, Andreas Gallasini: fürstäbtlicher Hofbaumeister in Fulda. Dissertation Frankfurt/Main 1994.

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