Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 740
Barockstadt Fulda

Fulda: Obelisken auf dem Domplatz

Der Dom von Fulda besitzt eine relativ in die Breite gezogene Ostfassade. Der Grundriss wird beeinflußt von der Verwendung von Teilen der Basilika aus karolingischer Zeit, die Türme sind z. B. eine Ummantelung der alten Türme der Stiftskirche, deshalb stehen sie im Vergleich zu anderen barocken Bauwerken relativ eng beieinander. Dieser Vorgängerbau erklärt auch die ungewohnte bauliche Ausrichtung nach Westen. Dafür schaffen die seitlichen Anbauten Breite, die dem Apostel Andreas geweihte südliche Seitenkapelle und die nördliche Johanneskapelle, beide von Dientzenhofer entworfen.

Noch weiter außen stehen rechts und links der Fassade in einer Fluchtlinie zwei Obelisken, wodurch die Fassade in ein angedachtes gleichschenkliges Dreieck einbezogen wird: Die Begrenzungslinien des Dreiecks verlaufen vom Gipfel des Risalits entlang den Schenkeln des dreieckigen Giebels über die Kuppeln der Seitenkapellen und die Spitzen der Obelisken.

Beide Obelisken tragen das Wappen des Fuldaer Fürstabtes Adalbert I. von Schleifras (1700–1714). Es ist geviert und wäre wie folgt tingiert:

Das Oberwappen hat drei Helme, hinter dem Schild Schwert (heraldisch links) und Abts-Pedum (heraldisch rechts):

Der Adler ist der Reichsadler (Reichsunmittelbarkeit), der grüne Lilienstock steht für das Fuldaer Domkapitel und symbolisiert mit seinen drei silbernen Blüten die drei Märtyrer und Schutzpatrone der Stadt Fulda (Simplicius, Faustinus und Beatrix). Bonifatius brachte einst Reliquien dieser drei Heiligen nach Fulda. Der rote Hintergrund steht für den Märtyrertod, den die drei Schutzpatrone gestorben sind.

Übersicht: Die Äbte und Fürstäbte von Fulda
Philipp Georg Schenk zu Schweinsberg (1567–1568), Fürstabt
Wilhelm Hartmann von Klauer zu Wohra (1568–1570), Fürstabt
Balthasar von Dernbach (genannt Grauel) (1570–1576 und 1602–1606), Fürstabt
Johann Friedrich von Schwalbach (1606–1622), Fürstabt
Johann Bernhard Schenk zu Schweinsberg (1623–1632), Fürstabt
Johann Adolf von Hoheneck (1633–1635), Fürstabt
Hermann Georg von Neuhof (genannt Ley) (1635–1644), Fürstabt
Joachim Graf von Gravenegg (1644–1671), Fürstabt
Kardinal Bernhard Gustav Markgraf von Baden-Durlach (1671–1677), Fürstabt
Placidus von Droste (1678–1700), Fürstabt
Adalbert I. von Schleifras (1700–1714), Fürstabt
Konstantin von Buttlar (1714–1726), Fürstabt
Adolf von Dalberg (1726–1737), Fürstabt
Amand von Buseck, (1737–1756), Fürstabt 1737-1752, Fürstbischof ab 1752, am 5.10.1752 wurde die Fürstabtei durch Papst Benedikt XIV. in den Rang eines Bistums erhoben.
Adalbert II. von Walderdorff (1757–1759), Fürstbischof 
Heinrich VIII. von Bibra, (1759–1788), Fürstbischof 
Adalbert III. von Harstall, (1789–1814), Fürstbischof bis 1802, danach Bischof. Im Jahre 1803 wurde mit dem Reichsdeputationshauptschluß das geistliche Fürstentum mit seinen Klöstern aufgelöst.

Literatur:
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Band Bistümer.
Kulturamt der Stadt Fulda: http://www.museum-fulda.de
http://www.tourismus-fulda.de/, www.fulda.de, http://www.tourismus-fulda.de/sehenswertes/sehenswuerdigkeiten/index.php
Michael Imhof, Fulda - Ein Führer durch die Barockstadt, Michael Imhof Verlag, 3. Auflage 2006, ISBN 3-935590-03-2 und 978-3-935590-03-7
Erwin Sturm, Die Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Fulda, Fulda 1984
Anton Schmitt, Thomas Schmitt, Der Dom zu Fulda, Verlag Parzeller Fulda, 26. Auflage 2005, ISBN 3-7900-0247-X

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