Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 739
Barockstadt Fulda

Fulda: Stadtpfarrkirche St. Blasius

Die Stadtpfarrkirche von Fulda, dem Hl. Blasius geweiht, ist ein nach Plänen von Johannes Anderjoch 1770-1784 errichteter spätbarocker Bau. Johannes Anderjoch lebte 1695-1771 und stammte aus Tirol. Er war auch in den Fürstbistümern Würzburg, Bamberg und Mainz tätig. Davor gab es hier insgesamt drei Vorgängerbauten, der erste aus dem 10. Jh., der zweite wurde im romanischen Stil nach einem Brand 1103 errichtet, von einem dritten, nun gotischen Vorgängerbau aus der Zeit 1447-1466 ist allerdings nur der Kern des linken Fassadenturmes (Nordwestturm) übernommen worden, wie man an den noch vorhandenen Spitzbogenfenstern erkennt. Die gesamte übrige Bausubstanz ist spätbarock. Die beiden viereckigen Türme mit glatten Flächen werden verbunden durch einen geschwungenen, dreigeschossig aufgebauten Mittelteil, der mit seinen barocken Formen auf die Flächen der Türme übergreift. Der gesamte Mittelteil ist in Rot gehalten, was sich besonders wirkungsvoll von dem nur rotgesäumten Weiß der Türme abhebt. Die Schwingung des Mittelsteils wird von einer Balustrade nachgezeichnet, die von einer zum Markt hinabführenden Freitreppe durchbrochen wird. Die Stadtpfarrkirche ist der späteste Barockbau in Fulda. 2005 fand eine umfassende Restaurierung statt. Ganz oben in der Fassade befindet sich eine Statue des Hl. Blasius.

Das Wappen des Fuldaer Fürstbischofs Heinrich VIII. von Bibra, (1759–1788) ist geviert und wie folgt tingiert:

Das Oberwappen hat drei Helme, hinter dem Schild Schwert (heraldisch links) und Abts-Pedum (heraldisch rechts):

Die Darstellung ist künstlerisch anspruchslos, kein Vergleich mit dem Bibra-Wappen am Paulustor beispielsweise. Dazu tragen hier die unausgeglichenen Proportionen und die Mischtechnik bei, bei der einzelne Elemente wie die Fähnchen, Krummstab und Schwert, das Kreuz und die Helmgitter aus Metall bearbeitet und vergoldet sind, was sie unproportioniert zierlich neben der gestalterisch plumpen Steinmetzarbeit erscheinen läßt.

Darunter befindet sich ein zusammengestelltes Wappen aus zwei einander zugeneigten, ovalen Kartuschen, heraldisch rechts in Silber ein durchgehendes schwarzes Kreuz (Hochstift Fulda), heraldisch links in Rot auf grünem Dreiberg wachsend drei grüne Lilienstängel mit je einer silbernen Blüte (Domkapitel Fulda), die selben Elemente, die auch das Stadtwappen bilden. Darunter die Bauinschrift: 1770 ANGEFANGEN U(ND) 1784 GEENDIGET. Über beiden Wappenschilden eine heraldische Krone.

Übersicht: Die Äbte und Fürstäbte von Fulda
Philipp Georg Schenk zu Schweinsberg (1567–1568), Fürstabt
Wilhelm Hartmann von Klauer zu Wohra (1568–1570), Fürstabt
Balthasar von Dernbach (genannt Grauel) (1570–1576 und 1602–1606), Fürstabt
Johann Friedrich von Schwalbach (1606–1622), Fürstabt
Johann Bernhard Schenk zu Schweinsberg (1623–1632), Fürstabt
Johann Adolf von Hoheneck (1633–1635), Fürstabt
Hermann Georg von Neuhof (genannt Ley) (1635–1644), Fürstabt
Joachim Graf von Gravenegg (1644–1671), Fürstabt
Kardinal Bernhard Gustav Markgraf von Baden-Durlach (1671–1677), Fürstabt
Placidus von Droste (1678–1700), Fürstabt
Adalbert I. von Schleifras (1700–1714), Fürstabt
Konstantin von Buttlar (1714–1726), Fürstabt
Adolf von Dalberg (1726–1737), Fürstabt
Amand von Buseck, (1737–1756), Fürstabt 1737-1752, Fürstbischof ab 1752, am 5.10.1752 wurde die Fürstabtei durch Papst Benedikt XIV. in den Rang eines Bistums erhoben.
Adalbert II. von Walderdorff (1757–1759), Fürstbischof 
Heinrich VIII. von Bibra, (1759–1788), Fürstbischof 
Adalbert III. von Harstall, (1789–1814), Fürstbischof bis 1802, danach Bischof. Im Jahre 1803 wurde mit dem Reichsdeputationshauptschluß das geistliche Fürstentum mit seinen Klöstern aufgelöst.

Literatur:
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Band Bistümer.
Kulturamt der Stadt Fulda: http://www.museum-fulda.de
http://www.tourismus-fulda.de/, www.fulda.de, http://www.tourismus-fulda.de/sehenswertes/sehenswuerdigkeiten/index.php
Michael Imhof, Fulda - Ein Führer durch die Barockstadt, Michael Imhof Verlag, 3. Auflage 2006, ISBN 3-935590-03-2 und 978-3-935590-03-7
http://www.stadtpfarrei-fulda.de/, http://www.stadtpfarrei-fulda.de/fdstadtpfarrei_xslt/pfarrei/kirchengeschichte.php
http://de.wikipedia.org/wiki/Stadtpfarrkirche_St._Blasius_%28Fulda%29
Erwin Sturm, Die Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Fulda, Fulda 1984

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