Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 737
Barockstadt Fulda

Fulda: ehemalige Hof- und Klosterbibliothek

Das Bibliotheksgebäude wurde als öffentliche Bibliothek 1771-1778 an der Stelle der alten Klosterschule errichtet vom Hofbauinspektor Karl Philipp Arnd. Auftraggeber war der Fürstbischof Heinrich VIII. von Bibra, (1759–1788). Hier wurden die Bestände der Benediktinerbibliothek mit denen der Hof- und ehemaligen Jesuitenbibliothek vereinigt, um sie wissenschaftlich besser nutzbar und einer breiteren Öffentlichkeit besser zugänglich zu machen. 1816 wurde diese Sammlung in die Hessische Landesbibliothek integriert. Heute wird der Bau von der Theologischen Fakultät Fulda benutzt.

Der Bau steht parallel zum ehemaligen Konventsbau (jetziges Priesterseminar) im Norden desselben. Die Eingänge von Bibliothek und Seminar liegen einander schräg gegenüber. Zum Podest vor dem Eingangsportal im spätbarocken Stil führt eine doppelläufige Freitreppe hinauf. Im Innern beherbergt der Bau einen prächtigen Saal mit hölzernen Einbauten aus der Zeit des Spätbarocks. Ursprünglich war der Saal gewölbt, das Gewölbe wurde 1884 wegen statischer Probleme durch eine hölzerne Kassettendecke ersetzt.

Das Wappen des Fuldaer Fürstbischofs Heinrich VIII. von Bibra, (1759–1788) ist geviert und wie folgt tingiert:

Das Wappen wird hier in einer Form ohne Helme und Helmkleinode gezeigt, bekrönt von einem Fürstenhut, hinter dem Schild Krummstab (rechts) und Schwert (links) schräggekreuzt.

Die Inschrift unter dem Wappen lautet: "BIBLIOTHECA AULAE ET CONVENTUS QUAM UNIRI, PATERE CUNCTIS, REIQUE PUBLICAE PRODESSE VOLUIT REV(ERENDISSI)MUS AC CEL(EBRISSI)MUS S.(ANCTI) R.(OMANI) I.(MPERII) PRINCEPS AC DOMINUS D. HENRICUS VIII ECCLESIAE FULDENSIS EPISCOPUS ET ABBAS, D.(IVAE) A.(UGUSTAE) ARCHICANCELLARIUS, PER GERM(ANIAM) ET GALL(IAM) PRIMAS & C(ETERA) MDCCLXXII" - Der hochwürdigste und durchlauchtigste Fürst und Herr Heinrich VII, Bischof und Abt von Fulda, des Heiligen Römischen Reiches Fürst, der erhabenen Kaiserin Erzkanzler, Primas von Germanien und Gallien usw. hat 1772 diese Bibliothek errichten lassen, auf daß sie dem öffentlichen Wohle diene.

Übersicht: Die Äbte und Fürstäbte von Fulda
Philipp Georg Schenk zu Schweinsberg (1567–1568), Fürstabt
Wilhelm Hartmann von Klauer zu Wohra (1568–1570), Fürstabt
Balthasar von Dernbach (genannt Grauel) (1570–1576 und 1602–1606), Fürstabt
Johann Friedrich von Schwalbach (1606–1622), Fürstabt
Johann Bernhard Schenk zu Schweinsberg (1623–1632), Fürstabt
Johann Adolf von Hoheneck (1633–1635), Fürstabt
Hermann Georg von Neuhof (genannt Ley) (1635–1644), Fürstabt
Joachim Graf von Gravenegg (1644–1671), Fürstabt
Kardinal Bernhard Gustav Markgraf von Baden-Durlach (1671–1677), Fürstabt
Placidus von Droste (1678–1700), Fürstabt
Adalbert I. von Schleifras (1700–1714), Fürstabt
Konstantin von Buttlar (1714–1726), Fürstabt
Adolf von Dalberg (1726–1737), Fürstabt
Amand von Buseck, (1737–1756), Fürstabt 1737-1752, Fürstbischof ab 1752, am 5.10.1752 wurde die Fürstabtei durch Papst Benedikt XIV. in den Rang eines Bistums erhoben.
Adalbert II. von Walderdorff (1757–1759), Fürstbischof 
Heinrich VIII. von Bibra, (1759–1788), Fürstbischof 
Adalbert III. von Harstall, (1789–1814), Fürstbischof bis 1802, danach Bischof. Im Jahre 1803 wurde mit dem Reichsdeputationshauptschluß das geistliche Fürstentum mit seinen Klöstern aufgelöst.

Literatur:
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Band Bistümer.
Kulturamt der Stadt Fulda: http://www.museum-fulda.de
http://www.tourismus-fulda.de/, www.fulda.de, http://www.tourismus-fulda.de/sehenswertes/sehenswuerdigkeiten/index.php
Michael Imhof, Fulda - Ein Führer durch die Barockstadt, Michael Imhof Verlag, 3. Auflage 2006, ISBN 3-935590-03-2 und 978-3-935590-03-7
http://www.theologischefakultaetfulda.de/

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