Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 729
Barockstadt Fulda

Fulda: Paulustor

Das Paulustor ist das Mittelteil einer von Dombaumeister Johannes Dientzenhofer zwischen Stadtschloß und Hauptwache errichteten Toranlage, die damals ein mittelalterliches Stadttor ersetzte, und stammt aus dem Jahr 1731. Das barocke Tor, das von Norden her Zugang zur barocken Altstadt gewährt, hat seinen Namen von der zentralen Paulusstatue. Es steht am Ende der baumgesäumten Pauluspromenade.

1771 wurde es am jetzigen Ort wiederrichtet und durch die beiden Flügelbauten erweitert (Entwurf: Karl Philipp Arnd). Grund der Versetzung war der gewünschte städtebauliche Einbezug des Domes in das städtebauliche Ensemble. Das Wappen datiert aus der Zeit der Versetzung. Unschwer zu erkennen, daß die seitlichen Durchbrüche für Fußgänger nicht authentisch barock sind; sie entstanden erst in den 1930er Jahren.

Das Wappen des Fuldaer Fürstbischofs Heinrich VIII. von Bibra, (1759–1788) ist geviert und wie folgt tingiert:

Das Oberwappen hat drei Helme, hinter dem Schild Schwert (heraldisch links) und Abts-Pedum (heraldisch rechts):

In dieser Darstellung sind beide Biber in den betreffenden Feldern einander zugekehrt dargestellt. Auf den Seitenpfosten stehen zwei jeweils mit Lanze bewaffnete Figuren Wache. Ihren Schild haben sie auf den Boden abgestützt und halten diesen mit der jeweils freien inneren Hand. Der Schild der linken Figur (rechte Abb.) ist gespalten, vorne in Silber ein schwarzes, durchgehendes Kreuz (Hochstift), hinten in Rot ein grüner Lilienstock mit drei silbernen Blüten (Domkapitel). Der Schild der rechten Figur (linke Abb.) ist ebenfalls gespalten, vorne in Gold ein schwarzer Adler am Spalt (Reich), hinten in Rot ein grüner Lilienstock mit drei silbernen Blüten (Domkapitel).

Gemeinsam rahmen diese beiden Figuren mit ihren Extra-Schilden den zentralen Schild des Fürstbischofs ein, so wie das auch im Innern des Schlosses auf bildnerischen Darstellungen zu sehen ist.

Position des beschriebenen Wappens am Paulustor

Übersicht: Die Äbte und Fürstäbte von Fulda
Philipp Georg Schenk zu Schweinsberg (1567–1568), Fürstabt
Wilhelm Hartmann von Klauer zu Wohra (1568–1570), Fürstabt
Balthasar von Dernbach (genannt Grauel) (1570–1576 und 1602–1606), Fürstabt
Johann Friedrich von Schwalbach (1606–1622), Fürstabt
Johann Bernhard Schenk zu Schweinsberg (1623–1632), Fürstabt
Johann Adolf von Hoheneck (1633–1635), Fürstabt
Hermann Georg von Neuhof (genannt Ley) (1635–1644), Fürstabt
Joachim Graf von Gravenegg (1644–1671), Fürstabt
Kardinal Bernhard Gustav Markgraf von Baden-Durlach (1671–1677), Fürstabt
Placidus von Droste (1678–1700), Fürstabt
Adalbert I. von Schleifras (1700–1714), Fürstabt
Konstantin von Buttlar (1714–1726), Fürstabt
Adolf von Dalberg (1726–1737), Fürstabt
Amand von Buseck, (1737–1756), Fürstabt 1737-1752, Fürstbischof ab 1752, am 5.10.1752 wurde die Fürstabtei durch Papst Benedikt XIV. in den Rang eines Bistums erhoben.
Adalbert II. von Walderdorff (1757–1759), Fürstbischof 
Heinrich VIII. von Bibra, (1759–1788), Fürstbischof 
Adalbert III. von Harstall, (1789–1814), Fürstbischof bis 1802, danach Bischof. Im Jahre 1803 wurde mit dem Reichsdeputationshauptschluß das geistliche Fürstentum mit seinen Klöstern aufgelöst.

Literatur:
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Band Bistümer.
Kulturamt der Stadt Fulda: http://www.museum-fulda.de
http://www.tourismus-fulda.de/, www.fulda.de, http://www.tourismus-fulda.de/sehenswertes/sehenswuerdigkeiten/index.php
Michael Imhof, Fulda - Ein Führer durch die Barockstadt, Michael Imhof Verlag, 3. Auflage 2006, ISBN 3-935590-03-2 und 978-3-935590-03-7

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