Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 727
Barockstadt Fulda

Fulda: Stadtschloß, Flora-Vase im Schloßpark

Der Schloßgarten war eigentlich jenseits der alten Stadtmauern, die freie Landschaft jenseits der Burgmauern. Zwei Fürstäbte trugen wesentlich zur Umwandlung in einen Barockgarten bei, zum einen Konstantin von Buttlar, zum anderen Adolf von Dalberg. Ersterer ließ 1715 den damaligen Tiergarten einebnen und terrassieren, dazu ließ er sogar einen in der Senke fließenden Bach unterirdisch verlegen. Maximilian von Welsch ist der Urheber des neuen Gartenkonzeptes. Unter Adolf von Dalberg entstand die Floravase, die 1728 von dem Bamberger Bildhauer Daniel Friedrich Humbach geschaffen wurde und mit ihren 6,80 m Höhe eine der großartigsten Barockskulpturen und eines der Wahrzeichen Fuldas ist. Dargestellt ist die antike Blumengöttin Flora, die in ihrer linken Hand eine vergoldete heraldische Lilie emporreckt - die Wappenpflanze der Dalbergs, die im fürstäbtlichen Wappen immerhin 12x im Schild vorkommt, weitere 12 im Oberwappen. So haben wir nicht nur das Dalberg-Wappen auf der Vase, sondern auch noch zusätzlich als Höhepunkt der ganzen Figur.

Das Wappen des Fürstabtes Adolf von Dalberg (1726–1737) auf der Vase selbst ist wie folgt aufgebaut:

Ein Oberwappen fehlt komplett.

Position des beschriebenen Wappens im Schloßpark

Die Gartenpracht und die höfischen Feste fanden ein jähes Ende mit den napoleonischen Kriegen, mit der Säkularisierung und mit der Auflösung der geistlichen Fürstentümer. Ein Landschaftsgarten nach englischem Vorbild entstand 1804-1806 unter Fürst Wilhelm Friedrich von Oranien (1802-1806). Aus dieser Zeit stammt der herrliche alte Baumbestand des Parks. Für die Landesgartenschau 1994 wurde der barocke Aspekt des Gartens mit viel Einfühlungsvermögen unter Bewahrung großer Teile des alten Baumbestandes wiederhergestellt.

Übersicht: Die Äbte und Fürstäbte von Fulda
Philipp Georg Schenk zu Schweinsberg (1567–1568), Fürstabt
Wilhelm Hartmann von Klauer zu Wohra (1568–1570), Fürstabt
Balthasar von Dernbach (genannt Grauel) (1570–1576 und 1602–1606), Fürstabt
Johann Friedrich von Schwalbach (1606–1622), Fürstabt
Johann Bernhard Schenk zu Schweinsberg (1623–1632), Fürstabt
Johann Adolf von Hoheneck (1633–1635), Fürstabt
Hermann Georg von Neuhof (genannt Ley) (1635–1644), Fürstabt
Joachim Graf von Gravenegg (1644–1671), Fürstabt
Kardinal Bernhard Gustav Markgraf von Baden-Durlach (1671–1677), Fürstabt
Placidus von Droste (1678–1700), Fürstabt
Adalbert I. von Schleifras (1700–1714), Fürstabt
Konstantin von Buttlar (1714–1726), Fürstabt
Adolf von Dalberg (1726–1737), Fürstabt
Amand von Buseck, (1737–1756), Fürstabt 1737-1752, Fürstbischof ab 1752, am 5.10.1752 wurde die Fürstabtei durch Papst Benedikt XIV. in den Rang eines Bistums erhoben.
Adalbert II. von Walderdorff (1757–1759), Fürstbischof 
Heinrich VIII. von Bibra, (1759–1788), Fürstbischof 
Adalbert III. von Harstall, (1789–1814), Fürstbischof bis 1802, danach Bischof. Im Jahre 1803 wurde mit dem Reichsdeputationshauptschluß das geistliche Fürstentum mit seinen Klöstern aufgelöst.

Literatur:
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Band Bistümer.
Kulturamt der Stadt Fulda: http://www.museum-fulda.de
http://www.tourismus-fulda.de/, www.fulda.de, http://www.tourismus-fulda.de/sehenswertes/sehenswuerdigkeiten/index.php
Michael Imhof, Fulda - Ein Führer durch die Barockstadt, Michael Imhof Verlag, 3. Auflage 2006, ISBN 3-935590-03-2 und 978-3-935590-03-7

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