Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 723
Barockstadt Fulda

Fulda - Stadtschloß: Historische Räume

Im ersten Obergeschoß befinden sich die musealen Räume im ansonsten als Rathaus genutzten Stadtschloß von Fulda. Die abgebildeten Wappen finden sich allesamt im stadtseitigen Ehrenhofflügel, wo sich die 1732-1734 ausgestattete und 1758 veränderte repräsentative Wohnung der Fuldaer Fürstäbte und späteren Fürstbischöfe befand. In den historischen Räumen werden einige Bestandteile der musealen Sammlungen als Dauerausstellung gezeigt. Die Abtswohnung umfaßt u.a. die Spiegelsäle, den Marmorsaal

Spiegelsäle: Vergoldete hölzerne Spiegelumrahmung mit dem Wappen des Fürstbischofs Adalbert II. von Walderdorff (1757–1759)

Spiegelsäle: Vergoldete hölzerne Spiegelumrahmung mit dem Wappen des Fürstbischofs Adalbert II. von Walderdorff (1757–1759), Ausschnittsvergrößerung. Das Wappen des Fürstabtes ist wie folgt aufgebaut (es werden die Soll-Farben angegeben, da hier alles vergoldet ist):

Hinter dem Schild schräggekreuzt Krummstab und Schwert, in der Mitte über dem Schild der hermelinverbrämte, rote Fürstenhut, als Schildhalter zwei rot-silbern geteilte und doppelschwänzige Löwen, jeweils golden gekrönt und widersehend.

Stuck-Wappen des Fürstabtes Adolf von Dalberg (1726–1737). Das Wappen des Fürstabtes ist wie folgt aufgebaut:

Hinter der üppig gestalteten Kartusche Schwert und Krummstab, in der Mitte auf dem Wappenschild ein Fürstenhut.

Plastisch gestaltetes Prunkwappen des Fürstabtes Adolf von Dalberg (1726–1737). Das Wappen des Fürstabtes ist wie folgt aufgebaut:

Das Oberwappen fehlt, dafür liegt die Schildkartusche einer zweiten, noch üppiger geformten Kartusche auf; das Ganze wird von einem hermelingefütterten, pupurfarbenen, fürstlichen Wappenmantel eingefaßt, über dem sich ein hermelinverbrämter roter Fürstenhut befindet. Krummstab, Schwert und vegetabile Elemente treten hinzu.

Supraporte mit dem gemalten Wappen des Fürstabtes Adolf von Dalberg (1726–1737). Das Wappen des Fürstabtes ist wie folgt aufgebaut:

Über dem Wappen stehen vier Helme:

Hinter dem Schild schräggekreuzt Schwert und Krummstab, wobei das Schwert ganz hinter der Helmdecke, der Krummstab aber teilweise vor der Helmdecke gemalt ist. Rechts und links des fürstäbtlichen Wappens befinden sich zwei kleinere, schräggestellte, ovale Wappenschilde, heraldisch links in Rot ein grüner Lilienstock mit drei silbernen Blüten (Domkapitel), heraldisch rechts in Silber ein schwarzes, durchgehendes Kreuz (Hochstift).

Supraporte mit dem gemalten Wappen des Fürstabtes Konstantin von Buttlar (1714–1726). Die Inschrift auf dem Bande unterhalb des Wappenschildes lautet: "CONSTANTINE TVA CRVCE CONTVTARE SENATVM CIVIBVS VT VIVAS CONSVLIBVSQVE PATER" und birgt in den vergrößert und rot hervorgehobenen Buchstaben ein Chronogramm: C + I + V + C + V + C + C + V + V + M + C + I + V + I + V + V + V + I + V + C + V + L + I + V + V = 100 + 1 + 5 + 100 + 5 + 100 + 100 + 5 + 5 + 1000 + 100 + 1 + 5 + 1 + 5 + 5 + 5 + 1 + 5 + 100 + 5 + 50 + 1+ 5 + 5 = 1715 AD. Das Wappen des Fürstabtes ist geviert:

Über dem Wappen stehen drei Helme:

Hinter dem Schild stecken Schwert und Krummstab. Rechts und links des fürstäbtlichen Wappens befinden sich zwei kleinere ovale Wappenschilde, heraldisch links gespalten, vorne in Gold ein halber schwarzer Adler am Spalt (Reichsunmittelbarkeit) und hinten in Rot ein grüner Lilienstock mit drei silbernen Blüten (Domkapitel), heraldisch rechts gespalten, vorn in Silber ein schwarzes, durchgehendes Kreuz (Hochstift), hinten in Rot ein grüner Lilienstock mit drei silbernen Blüten (Domkapitel).

Position der beschriebenen Wappen

Übersicht: Die Äbte und Fürstäbte von Fulda
Philipp Georg Schenk zu Schweinsberg (1567–1568), Fürstabt
Wilhelm Hartmann von Klauer zu Wohra (1568–1570), Fürstabt
Balthasar von Dernbach (genannt Grauel) (1570–1576 und 1602–1606), Fürstabt
Johann Friedrich von Schwalbach (1606–1622), Fürstabt
Johann Bernhard Schenk zu Schweinsberg (1623–1632), Fürstabt
Johann Adolf von Hoheneck (1633–1635), Fürstabt
Hermann Georg von Neuhof (genannt Ley) (1635–1644), Fürstabt
Joachim Graf von Gravenegg (1644–1671), Fürstabt
Kardinal Bernhard Gustav Markgraf von Baden-Durlach (1671–1677), Fürstabt
Placidus von Droste (1678–1700), Fürstabt
Adalbert I. von Schleifras (1700–1714), Fürstabt
Konstantin von Buttlar (1714–1726), Fürstabt
Adolf von Dalberg (1726–1737), Fürstabt
Amand von Buseck, (1737–1756), Fürstabt 1737-1752, Fürstbischof ab 1752, am 5.10.1752 wurde die Fürstabtei durch Papst Benedikt XIV. in den Rang eines Bistums erhoben.
Adalbert II. von Walderdorff (1757–1759), Fürstbischof 
Heinrich VIII. von Bibra, (1759–1788), Fürstbischof 
Adalbert III. von Harstall, (1789–1814), Fürstbischof bis 1802, danach Bischof. Im Jahre 1803 wurde mit dem Reichsdeputationshauptschluß das geistliche Fürstentum mit seinen Klöstern aufgelöst.
Johann Adam Rieger (1829–1831), Bischof 

Literatur:
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Band Bistümer.
Hinweisschilder und Erklärungen im Museum der historischen Räume des Stadtschlosses Fulda
Die Wappen der Hochstifte, Bistümer und Diözesanbischöfe im Heiligen Römischen Reich 1648-1803, hrsg. von Erwin Gatz, von Clemens Brodkorb, Reinhard Heydenreuter und Heribert Staufer, Schnell & Steiner Verlag 2007, ISBN 978-3-7954-1637-9
Kulturamt der Stadt Fulda:
http://www.museum-fulda.de
http://museen-in-hessen.de/museum/?id=63
Museumsführer: Stadtschloß - Historische Räume
http://www.tourismus-fulda.de/, www.fulda.de, http://www.tourismus-fulda.de/sehenswertes/sehenswuerdigkeiten/index.php

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Die Wappen der Herren, Freiherren und Grafen von Walderdorff

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Veröffentlichung der Innenaufnahmen aus dem Stadtschloß Fulda mit freundlicher Erlaubnis vom Magistrat der Stadt Fulda, Pressestelle, Herr Harald Merz, vom 29.10.2007, wofür ihm an dieser Stelle ganz herzlich gedankt sei.

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