Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 695
Fränkische Schweiz: Gößweinstein

Gößweinstein: Mengersdorf-Epitaph (2. Teil)

Ahnenprobe auf der Schwertseite:

Linke Abb.: von Mengersdorf. Silbern-rot-blau halbgespalten und im Zahnschnitt geteilt, mit drei (2:1) Rosen belegt in blau, silbern und rot. Die Helmzier bestünde aus einem offenen Flug, insgesamt belegt mit der Schildfigur, wobei die dritte Rose zwischen die beiden Flügel gestellt wäre.

Rechte Abb.: Ochs von Gunzendorf. In Silber ein schreitender roter Ochse. Helmzier wachsend Kopf und Hals eines roten Ochsens mit roten Hörnern. Helmdecken rot-silbern. Nach dem Rumohrschen Wappenbuch im Schild der Ochse mit schwarz-silbern geteilten Hörnern und als Helmzier der Ochsen kopf mit Hörnern wie im Schild zwischen zwei roten Büffelhörnern mit je einer silbernen Spange.

Der Vater von Bischof Ernst von Mengersdorf war Otto Erhard von Mengersdorf zu Mengersdorf, Drosselfeld und Unter-Lessau, seit 1557 Pfleger zu Veldenstein, dessen Eltern wiederum waren Ernst von Mengersdorf und Margarethe Ochs von Gunzendorf, Tochter von Peter Ochs von Gunzendorf. Gunzendorf liegt bei Buttenheim. Die Ochs hatten im 14. Jh. eine Burghut zu Neideck, 1399 von Friedrich Ochs und seinem Sohn Ulrich empfangen. Dem besagten Sohn Ulrich verpfändete der Bamberger Bischof Schloß, Amt und Stadt Neideck und Ebermannstadt, 1431 wurde das Pfand wieder ausgelöst. Bekannt ist Georg Ochs von Gunzendorf 1457-1503 als Abt von Speinshart. Mit Georg Pankraz Ochs ist das Geschlecht 1563 nach den Angaben im Siebmacher, Bayern erloschen. Später gab es jedoch eine Familie Ochs, die das gleiche Wappen führte (Hessen, Preußen).

Linke Abb.: von Trautenberg: In Rot ein silberner Balken, belegt mit drei blauen Spitzen. Die Helmzier wäre eine silberne Straußenfeder zwischen zwei wie der Schild bez. Büffelhörnern. Die von Trautenberg sind ein oberpfälzisches Adelsgeschlecht. Die Eltern von Ernst von Mengersdorf, Großvater des Bischofs, sind Otto von Mengersdorf und Eva von Trautenberg.

Man achte bei allen Schilden auch auf die eigenwillige Form: Jeder der tartschenförmigen, fast symmetrisch mit zwei Ausbuchtungen versehenen Schilde hat am oberen Rand eine kleine, asymmetrisch eingedrehte Schnecke, auf der Schwertseite optisch rechts herum eingedreht, auf der Spindelseite umgekehrt.

Rechte Abb.: In Blau eigentlich drei silberne Balken, hier etwas abweichend, belegt mit einem roten schrägrechten Wellenbalken. Helmzier wären Kopf und Hals eines roten Einhorns. Helmdecken wären rot-silber. Drei fränkische Familien führen das gleiche oben beschriebene Wappen: von Redwitz, Marschall von Ebnet und Marschall von Kunstadt, alle eines Stammes.

Linke Abb.: Ein unbekleideter Jünglingsrumpf. Noch nicht zugeordnet.

Rechte Abb.: In Blau eigentlich drei silberne Balken, hier etwas abweichend, belegt mit einem roten schrägrechten Wellenbalken. Helmzier wären Kopf und Hals eines roten Einhorns. Helmdecken wären rot-silber. Drei fränkische Familien führen das gleiche oben beschriebene Wappen: von Redwitz, Marschall von Ebnet und Marschall von Kunstadt, alle eines Stammes.

Linke Abb.: von Streitberg. Vermehrtes Wappen, geviert: Feld 1 und 4: In Rot eine silberne Sichel mit goldenem Griff, kann auch auf einem als grün beschriebenen Dreiberg stehen. Feld 2 und 3: In Gold ein blauer Löwe, gekrönt. Dazu würden zwei Helme gehören: Helmzier 1: gekrönt, die Sichel, mit meist 5 nat. Pfauenfedern besteckt. Helmzier 2: Aus der Krone wachsend ein silberner Geharnischter wachsend, in der Rechten ein Schwert schwingend, die Linke in die Seite gestemmt, auf dem Helm drei Federn blau-gold-blau. Helmdecken rechts rot-silbern, links blau-golden.

Rechte Abb.: von Lichtenstein. Von Rot und Silber im Zackenschnitt quadriert. Helmzier wären zwei rote Büffelhörner, die außen, manchmal auch in den Öffnungen, mit je 3-5 Straußenfedern besteckt sind. Helmdecken rot und silbern.

Ahnenprobe auf der Spindelseite:

Linke Abb.: von Würtzburg. Der Schild zeigt in Gold das Brustbild eines bärtigen Mannes, rechtsgewendet, schwarz gewandet mit silbernem Kragenaufschlag, auf dem Kopf eine spitze, nach hinten umgebogene schwarze Mütze mit silbernem Aufschlag, an der Spitze ein roter sechszackiger Stern.

Rechte Abb.: von Redwitz, in Blau eigentlich drei silberne Balken, hier etwas abweichend, belegt mit einem roten schrägrechten Wellenbalken. Helmzier wären Kopf und Hals eines roten Einhorns. Helmdecken wären rot-silber. Drei fränkische Familien führen das gleiche oben beschriebene Wappen: von Redwitz, Marschall von Ebnet und Marschall von Kunstadt, alle eines Stammes.

Die Mutter des Bischofs war Anna von Würtzburg. Deren Eltern waren Hieronimus von Würtzburg und Katharina von Redwitz. Deren Vater ist Heinrich von Redwitz, verheiratet mit Agathe von Bibra.

Linke Abb.: Ein rechtsgewendeter, mit Kopf und Schwanz abwärtsgebogener Fisch. Hier ist es das Wappen der fränkischen Familie von der Tann, die eine so gebogene silberne Forelle mit goldenen Flossen in Rot führen. Als Helmzier führen diese einen golden gekrönten roten hohen Hut (oder als Säule beschrieben), belegt mit der Forelle, oben mit rot-silbernen Federn besteckt. Helmdecken wären rot-silbern.

Rechte Abb.: von Bibra. Sie führen in Gold einen steigenden schwarzen Biber mit geschupptem Schwanz. Die zugehörige Helmzier wäre ein goldener, beiderseits mit dem Biber belegter Adlerflug. Helmdecken wären schwarz-golden. Man beachte die Ausarbeitung der Schwimmhäute an den Hinterfüßen und die Gestaltung des geschuppten Schwanzes als gegabelter Fischschwanz.

Die Eltern von Hieronimus von Würtzburg (Großvater mütterlicherseits des Bischofs) waren Meza (Margarete) von der Tann und Konrad von Würtzburg. Diez von der Tann und Anna von Mörlau genannt Böhm sind Mezas Eltern.

Linke Abb.: von Giech. Das vermehrte Wappen von 1482 ist geviert: Feld 1 und 4: In Silber zwei aufrecht gestellte rote Schafscheren nebeneinander (Stammwappen Giech). Feld 2 und 3: In Rot ein silberner Schwan. Dazu würden zwei Helme wie folgt gehören: Helm 1: Zwischen zwei rot-silbern über Eck geteilten Büffelhörnern ein rot gewandeter, gekrönter Frauenrumpf wachsend, mit langem, manchmal wehenden Haar. Helmdecken rot-silbern. Helm 2: Ein auffliegender silberner Schwan, die Flügel jeweils mit einer roten Schafschere belegt. Helmdecken rot-silbern.

Beatrix von Giech ist eine Ururgroßmutter des Fürstbischofs, eine weitere stammt aus dem Hause Künsberg:.

Rechte Abb.: von Künsberg, in Blau eine silberne eingebogene Spitze. Helmzier ein silbern gestulpter flacher roter Hut, aus dem zwei rote Büffelhörner wachsen, an der Spitze meist (hier nicht) jeweils mit einer Eichel besteckt. Helmdecken rot-silbern.

Linke Abb.: Mörlau / Merlau, in Rot ein goldener, blau gekrönter Jungfrauenadler. Das Wappen zeigt ein Fabelwesen, eine sog. Harpyie. Sämtliche Extremitäten sind die eines Adlers, Beine, Schwanz, ausgebreitete Flügel. Der Rumpf ist eindeutig als weiblich zu erkennen, und das menschliche Haupt ist gekrönt.

Anna von Mörlau genannt Böhm und Diez von der Tann sind die Eltern von Meza (Margarete) von der Tann. Anna von Mörlau ist also eine Ururgroßmutter des Fürstbischofs.

Rechte Abb.: Stiebar von Buttenheim. In einem silbern-schwarz geteilten Schild oben eine aus der Teilung hervorkommende rote Saufeder mit Querstange. Helmzier wären zwei übereinandergestellte, mit den Wölbungen einander zugewandte altfränkische niedere Hüte, schwarz mit silbernem (oder Hermelin) Stulp, aus der Öffnung des gestürzten oberen Hutes acht schwarze Hahnenfedern hervorkommend. Helmdecken wären schwarz-silbern. Die Befestigung der Querstange mit dem kreuzweise gebundenen Band ist ein weiterer Beleg für den Detailreichtum dieser Bildhauerarbeit.

"Cunegunda Stiebarin von Buttenheim" ist die Ehefrau von "Hanß von und zu Bibra", welches die Eltern von Agathe von Bibra sind, Gemahlin von "Heinrich von Redwitz zu Redwitz, Theisenorth [...] Amtsmann zu Gregolstein". Kunigunde Stiebar von Buttenheim ist also eine weitere Ururgroßmutter des Fürstbischofs.

Literatur, Quellen und Links:
Siebmachers Wappenbücher.
Fritz Kestel: Die Wallfahrtsbasilika Gößweinstein, BVB Bayerische Verlagsanstalt Bamberg, 2. Auflage 2003, ISBN 3-89889-027-9
Ursula Pechloff: Wallfahrtsbasilika Gößweinstein, Herausgeber: Kath. Pfarramt Gößweinstein, Peda-Kunstführer Nr. 146/2002, ISBN 3-930102-51-X
Reclams Kunstführer Bayern, Philipp Reclam Verlag Stuttgart, 1956
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4
Eugen Schöler, Historische Familienwappen in Franken, Verlag Degener 3. Aufl. 1999
http://www.gutshof-mengersdorf.de/geschichte.php
Meinem Vater Dr. Oswald Peter ein herzliches Dankeschön für die Genealogie und wertvolle Hinweise.
Josef Metzger, Ernst von Mengersdorf, die Weihbischöfe Dr. Jakob Feucht und Dr. Johann Ertlin, Bamberg 1886
Salver: Proben des Teutschen Reichsadels, S. 467
"Geschlechtsregister der Reychsfrey unmittelbaren Ritterschafft Landes zu Francken löblichen Orths Steigerwald" von Johann Gottfried Biedermann aus dem Jahre 1748
Herrn Philipp Clarin aus München ein herzliches Dankeschön für wertvolle Hinweise und Ergänzung der Genealogie.

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