Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 57
Würzburg - ein heraldischer Leckerbissen

Wappen in der Marienburg zu Würzburg, Teil 3: Echter-von-Mespelbrunn-Wappen

Wappen des Julius Echter von Mespelbrunn (1573-1617) von AD 1579: Das Wappen ist geviert:

Zum Wappen gehören drei Helme:

Wappen des Julius Echter von Mespelbrunn (1573-1617) von AD 1607. Erläuterung siehe oben, Detail unten.

Dank der regen Bautätigkeit und der langen Regierungszeit (44 Jahre) gehört das Echter-Wappen zu den häufigsten in Mainfranken. In der Tat verdankt das Hochstift Würzburg ihm und seiner Regierung sehr viel (Bauwerke, Universität zu Würzburg, Spitäler etc.). Die Familie stammt ursprünglich aus dem Odenwald, wo sie in Diensten der Schenken von Erbach stand. Der Zweig im Spessart ist seit 1334 urkundlich erwähnt. Die dortigen Echter standen als "Wald- und Bachförster" im Dienste von Mainz. Sie hatten im Spessart Besitz an umfangreichen Waldgebieten. Mit dem Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn schaffte die Familie den Sprung nach Würzburg, und in der Folgezeit erwarb die Familie Besitzungen im Steigerwald (Gaibach, Oettershausen, Gochsheim, Schallfeld, Traustadt, Weisbrunn). Weiterhin hatte die Familie Besitzungen im Württembergischen: Neckarsulm, Crailsheim, Künzelsau. Beide Linien starben aber schon bald aus. Der letzte Echter war Johann Philipp Freiherr Echter von Mespelbrunn, der 1665 mit 18 Jahren verstarb. Das Erbe ging über Ottilia Echterin von Mespelbrunn, die 1648 Philipp Ludwig von Ingelheim geheiratet hatte, Oberstleutnant und Amtmann zu Miltenberg im Dienste von Mainz, an die von Ingelheim. 1698 vereinigte die Familie mit Genehmigung des Kaisers beide Wappen zu "von Ingelheim genannt Echter von Mespelbrunn" und vierte ihr Wappen aus Ingelheim und Echter von Mespelbrunn. Die Familie lebt heute auf Schloß Mespelbrunn.

Links: Ostseite der Festung Marienburg, rechts der zentrale Bergfried im Schloßhof.

Zur Übersicht ein Ausschnitt aus der Liste der Würzburger Fürstbischöfe:
(Markiert sind die, deren Wappen sich im innersten Schloßhof der Marienburg befinden)

Gerhard von Schwarzburg 1372-1400
Johann I. von Egloffstein 1400-1411
Johann II. von Brunn 1411-1440
Sigismund von Sachsen 1440-1443
Gottfried IV. Schenk von Limpurg 1443-1455
Johann III. von Grumbach 1455-1466
Rudolf II. von Scherenberg 1466-1495
Lorenz von Bibra 1495-1519
Konrad II. von Thüngen 1519-1540
Konrad III. von Bibra 1540-1544
Melchior Zobel von Giebelstadt 1544-1558
Friedrich von Wirsberg 1558-1573
Julius Echter von Mespelbrunn 1573-1617
Johann Gottfried von Aschhausen 1617-1622
Philipp Adolf von Ehrenberg 1623-1631
Franz von Hatzfeld 1631-1642

Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher, insbesondere Band Bistümer
Schlösser und Burgen in Unterfranken, von Anton Rahrbach, Jörg Schöffl, Otto Schramm. Hofmann Verlag Nürnberg 2002, ISBN 3-87191-309-X
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4
Peter Kolb: Die Wappen der Würzburger Fürstbischöfe. Herausgegeben vom Bezirk Unterfranken, Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. und Würzburger Diözesangeschichtsverein. Würzburg, 1974. 192 Seiten.

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