Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 550
Bischofsstadt Eichstätt

Eichstätt: Dom, Freyberg-Wappen im Willibaldschor

In der Mitte des massiven Gebälks über dem Willibaldsaltar aus der Zeit des Rokoko im Westen des Eichstätter Domes befindet sich das Wappen des Bauherrn Johann Anton II. Freiherr von Freyberg (1736–1757). Willibald starb bereits 787 und wurde zuerst im Boden der allerersten Kirche beigesetzt. Über zwei Jahrhunderte später wurde er exhumiert und in eine neue Außenkrypta transferiert, die sich an der Stelle des heutigen Willibaldchores befand. Der Westchor wurde im 13. Jh. neu gebaut, aus diesem Anlaß wurden die Gebeine des Heiligen 1256 in einen steinernen Schrein verbracht, der ab 1269 auf dem Willibaldsaltar aufgestellt war. 1745 feierte man das tausendjährige Bestehen des Bistums und gedachte besonders des Gründers. Dazu errichtete man einen gewaltigen Altar im Stile des Rokoko als würdigen Rahmen für die steinerne Urne mit den sterblichen Überresten des Gründers. Der Altar ist eine Arbeit von Matthias Seybold. Das Wappen des Bauherrn befindet sich unter der üppigen Volutenkrone. Auf der dem Langhaus zugewandten Seite des Altars befindet sich die bedeutendste und künstlerisch wertvollste Bildplastik des Eichstätter Domes, eine Sitzfigur des Hl. Willibald von ca. 1514, in Auftrag gegeben für den Vorgängeraltar, ein wundervoll schönes Werk der frühen Renaissance, das sich wohltuend abhebt vom schwülstigen Rokoko darüber, gefertigt von Loy Hering (ohne Abb.).

Das Wappen des Bauherrn unter der Volutenkrone ist geviert:

Helme:

Im Gitter befindet sich eine farblich gefaßte Variante desselben Wappens, hier der Blick von der Rückseite, deshalb scheinen die Felder vertauscht. Die goldene Farbe des Krummstabes ist nicht ganz zutreffend, denn der Eichstätter Krummstab ist silbern in rotem Felde. Die schwarzen Ranken im silbernen Feld sind lediglich eine Damaszierung ohne eigene Bedeutung.

Literatur, Quellen und Links:
Siebmachers Wappenbücher, bes. Band Bistümer
Eugen Schöler, Historische Familienwappen in Franken, Verlag Degener 3. Aufl. 1999
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4
Dr. Claudia Grund, Der Dom zu Eichstätt, Hrsg. Domkapitel Eichstätt, Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg, 2007, ISBN 978-3-89870-293-5
http://www.bistum-eichstaett.de

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Veröffentlichung der Innenaufnahmen aus dem Dom mit freundlicher Erlaubnis des Herrn Domkapitular Manfred Winter, Summus Custos, als Vertreter des Bischöflichen Ordinariats Eichstätt, vom 07.05.2007, wofür ihm an dieser Stelle herzlich gedankt sei.

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