Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 539
Bischofsstadt Eichstätt

Eichstätt: Dom, Wolfstein-Altar

Der Altar für den Eichstätter Dompropst Johannes von Wolfstein befindet sich an der Westwand im südlichen Seitenschiff. Der Dompropst verstarb 1519. Die hervorragend plastisch durchgestaltete Arbeit stammt aus den Händen von Bildhauer Loy Hering. Es verläßt den Typus der Flügelaltäre und orientiert sich ganz im Sinne der Renaissance an italienischen Vorbildern bezüglich seines Schmucks. Es ist einer der frühesten Renaissance-Altäre in Deutschland.

Zum Wappen der Freiherren von Wolfstein mit zwei roten, schreitenden Löwen in Gold gehören zwei Helme: Helm 1 (Sulzbürg): Auf gekröntem Helm ein goldener Löwe wachsend zwischen einem mit goldenen Lindenblättchen belegten schwarzen Adlerflug. Helm 2 (Stammhelm Wolfstein): schwarz-golden bewulstet, ein in Rot oder Schwarz vorkommender Wolfskopf und -Hals wachsend, ein schwarzes oder richtiger goldenes Lamm im Maule tragend. Hier ist das so gelöst, daß die beiden den Schild haltenden Tiere diese Helme selbst über den Kopf gezogen tragen.

Stammsitz der von Wolfstein bei Neumarkt / Oberpfalz. 1522 Erhebung in den Freiherrenstand. Dabei zwei Wappenverbesserungen, zum einen wurde dem Wolfshals ein goldenes Halsband gegeben, hier noch nicht zu sehen, aber beispielsweise an der Bamberger Curia Sancti Sebastiani, ferner wurden die Lindenblättchen der anderen Helmzier in Kleeblätter verkehrt, wovon allerdings kein Gebrauch gemacht wurde. 1673 Erhebung in den Reichsgrafenstand. Das Geschlecht ist 1740 erloschen.

Über dem Wappen befindet sich noch ein bogenförmiges Feld, hierin sieht Johannes auf Patmos die apokalyptische Frau.

Das Hauptrelief zeigt die theatralisch inszenierte Aufnahme Mariens in den Himmel. Dieses Relief ist nach einem Holzschnitt von Albrecht Dürer entstanden.

Literatur und Links:
Siebmachers Wappenbücher, bes. Band Bistümer
Eugen Schöler, Historische Familienwappen in Franken, Verlag Degener 3. Aufl. 1999
Aschaffenburger Wappenbuch
Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter".
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4
Dr. Claudia Grund, Der Dom zu Eichstätt, Hrsg. Domkapitel Eichstätt, Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg, 2007, ISBN 978-3-89870-293-5
http://www.bistum-eichstaett.de

Dom (1): Seckendorff - Dom (2): Wirsberg - Dom (3): Gottsmann - Dom (4): Rechenberg - Dom (5): Wolfstein - Dom (6): Eyb - Dom (7): Freyberg - Dom (8): Ulm - Dom (9): Zehmen - Dom (10): Leonrod-Totenschild - Dom (11): Speth - Dom (12): Leonrod-Denkmal - Dom (13): Hirnheim - Dom (14): Knebel-Pforte - Dom (15): Pfeffenhausen/Heideck - Dom (16): Freyberg/Westchor - Dom (17): Knebel-Denkmal

Ortsregister Photos von Wappen - Namensregister
Zurück zur Übersicht Heraldik

Home

Veröffentlichung der Innenaufnahmen aus dem Dom mit freundlicher Erlaubnis des Herrn Domkapitular Manfred Winter, Summus Custos, als Vertreter des Bischöflichen Ordinariats Eichstätt, vom 07.05.2007, wofür ihm an dieser Stelle herzlich gedankt sei.

© Copyright Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2007
Impressum
Bestandteil von
www.dr-bernhard-peter.de