Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 493
Regensburg - Ratisbona - Castra Regina

Der Herzogshof

Hier stand einst die erste Burg der bajuwarischen Herzöge, später die Pfalz der Karolinger. Die ältesten Teile des bestehenden Gebäudes stammen von einer um 1200 für die Wittelsbacher erbauten Pfalz. Die Bausubstanz stammt im wesentlichen aus dem 12. und 13. Jh., wobei häufige Umbauten das Erscheinungsbild erheblich verändert haben. Im Obergeschoß befindet sich noch ein Saal aus romanischer Zeit. Von der ältern Pfalz stammt noch der sog. Römerturm, mit dem Herzogshof durch einen Schwibbogen (rechts im unteren Bild) verbunden. Über dem Torweg befindet sich auf der (in Bezug auf das Gesamtphoto) Rückseite ein marmorner Wappenstein mit dem herzoglich-bayrischen Wappen, geviert aus den blau-silbernen Wittelsbacher Rauten und dem Pfälzer Löwen, darüber der Herzogshut.

Zur Geschichte des Hauses: Nach Abzug der Römer ca. 400-410 wurde auch Regensburg, früher römische Garnisonsstadt, geräumt. Die Macht wurde übernommen von den Bajuwaren, dem Stammvolk der Bayern, damals neue germanische Siedler. Spätestens ab dem 7. Jh. n. Chr. war Bayern ein funktionierendes Staatswesen unter Führung der Herzöge aus dem Hause der Agilolfinger. Diese nahmen Regensburg zur ersten und ältesten Hauptstadt Bayerns und richteten ihre Pfalz an dieser Stelle ein. Spätrömische Bauwerke, die Überreste der römischen Besatzung wurden zur Befestigung weiterverwendet.

Nachdem Tassilo III, Herzog von Bayern, 788 gestürzt wurde, übernahmen die Karolinger den alten Platz, um ihre eigene Pfalz dort einzurichten. Auch Karl der Große weilte häufiger in dieser Pfalz am Kornmarkt, wie dort ausgestellte Urkunden belegen. Unter seinen Nachfolgern regierten manche bevorzugt in der Regensburger Pfalz, so z. B. Ludwig der Deutsche (840-876), der 817 Bayern erhielt und um 850 die alte Pfalz zu seiner Residenz umbaute.

Im 10. Jh. verfällt die Pfalz. Erst die Wittelsbacher, die 1180 Herzöge von Bayern wurden, bauten die Pfalz wieder auf und nutzten sie selber. Aufgegeben wurde Regensburg als ständige Residenz der Herzöge erst, als die Stadt 1245 zur Reichsstadt wurde. Der alte Herzogshof war in der Folgezeit Sitz diverser Ämter. Das herzoglich bayrische Wappen aus Rotmarmor stammt von ca. AD 1600. Es ist nicht am ursprünglichen Platz, sondern wurde von der Ost- an die Westseite transloziert.

Hinter den im Bild sichtbaren Fensterarkaden von ca. 1220 AD im 1. Obergeschoß befindet sich der romanische Saal.

Literatur und Quellen:
Karl Bauer, Regensburg – Kunst-, Kultur- und Alltagsgeschichte, Mittelbayerische Druck- und Verlagsanstalt, 5. Auflage 1997, ISBN 3-931904-19-9, S. 52-54.
Baedeker Stadtführer Regensburg, Karl Baedeker Verlag 2002, ISBN 3-87954-026-8
Sigfrid Färber, Regensburg – Ratisbona – das mittelalterliche Wunder Deutschlands, Stadtführer, Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1972, ISBN 3-7917-0793-0

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