Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 390
Aschaffenburg (Regierungsbezirk Unterfranken)

Stift St. Peter und Alexander, Kreuzgang: Peter Schenk von Weibstatt

Im Westflügel des Kreuzgangs des Stifts St. Peter und Alexander befindet sich das spätgotische Epitaph für den am 23.10.1437 verstorbenen Stiftskanoniker Peter Schenk von Weibstatt (de Weytstat) aus rotem Sandstein. Das Zentralfeld wird beherrscht von einem Marienrelief, gekrönt und mit dem Kind auf dem Arm. Links neben Maria steht der Verstorbene in demütiger Haltung und im Bedeutungsmaßstab größenreduziert. Vor ihm schlängelt sich gespiegelt S-förmig ein Schriftband nach oben.

 

Das Wappen der Schenk von Weibstatt ist optisch rechts unten im Eck des Zentralfeldes zu sehen: In Anspielung auf den Namen zeigt der Schild einen aus dem linken Obereck hervorkommenden Arm, der eine schräggelegte Kanne hält, auf dem Helm ein wachsender Arm, eine aufrechte Kanne haltend. Die Tinkturen sind unbekannt (Wolfert Tafel 84 Seite 71).

Kaiser Sigmund nobilitierte am 4.3.1430 zu Preßburg diesen um 1380 geborenen Peter Schenk aus Waibstadt (Weybstat) bei Heidelberg, den er am 4.1.1418 als "Scriptor, domesticus et continuus commensalis" unter seine Familiares aufgenommen hatte und den er bereits am 19.2.1418 für eine Vikarie der Bartholomäus-Kirche zu Frankfurt präsentiert hatte, und der ihm treue Dienste im Reich, in Ungarn und Böhmen geleistet hatte, und verlieh ihm ein Wappen. Als Peter Schenk 1420 resignierte, folgte ihm sein Bruder, der Magister in artibus Johannes Schenk, in der Kapelle des hl. Nikolaus auf dem Frankfurter Berg nach. Kaiser Sigmund verschaffte hingegen Peter Schenk am 30.9.1420 die durch den Tod des Peter Hornik aus Weinheim freigewordene königliche Pfründe in Neuhausen bei Worms. Als er dort wiederum resignierte, folgte ihm auch hier auf der freigewordenen königlichen Präbende des Klosters Neuhausen bei Worms sein Bruder Johann Schenk durch kaiserliche Präsentation am 14.6.1421 nach. Am 17.1.1425 wurde Peter Schenk Kanoniker am Stift St. Peter und Alexander zu Aschaffenburg. Er, der in Wien Rechtswissenschaft studiert hatte, war auch erzbischöflicher Notar. Peter Schenk von Weibstatt blieb weiter in der Gunst des Kaisers, der am 6.6.1431 den Aschaffenburger Kanonikern Dietrich Ebbracht und Peter Schenk die am Rhein zwischen Mainz und St. Victorberg entstandene Aue zum Dank für ihre Verdienste in der kaiserlichen Kanzlei schenkte: "do si vor zeiten unser teglich hofgesind und notarien in unser romischen und andern cancellien bei uns waren". Peter Schenk war 1410-1437 Notar Kaiser Sigismunds in der Hofkanzlei.

Literatur, Links und Quellen:
Alfred F. Wolfert, Aschaffenburger Wappenbuch, Veröffentlichung des Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg e. V., Aschaffenburg 1983, Seite 71
Stiftskirche Aschaffenburg, Schnell-Kunstführer Nr. 230, 8. Auflage 2003, Verlag Schnell & Steiner Regensburg, ISBN 3-7954-4193-5
Stiftspfarrei St. Peter und Alexander:
http://www.stiftsbasilika.de/
Stiftsbasilika:
http://www.stiftsbasilika.de/basilika/ - http://www.stiftsbasilika.de/basilika/kirchenraum
Pfarreiengemeinschaft St. Martin:
http://www.st-martin-aschaffenburg.de/index.html
Die Urkunden Kaiser Sigmunds:
http://regesta-imperii.digitale-sammlungen.de/seite/ri11_alt1897_0118 - http://regesta-imperii.digitale-sammlungen.de/seite/ri11_alt1896_0215 - http://old.regesta-imperii.de/register/f_all.php?rpk=11001000&i=12633
Juristische Fakultät Wien:
http://www.koeblergerhard.de/Rechtsfakultaeten/Wien1106.htm
Epitaph:
http://www.epigraphica-europea.uni-muenchen.de/db/dia/6688.id

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