Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 380
Aschaffenburg (Regierungsbezirk Unterfranken)

Stiftskirche St. Peter und Alexander: Anselm Franz von Ingelheim

In der Stiftskirche St. Peter und Alexander ist an der Nordseite des Chores über dem Seiteneingang das barocke Epitaph für den Mainzer Fürstbischof Anselm Franz von Ingelheim (16.9.1634-30.3.1695) angebracht. Das von einem Profilrahmen aus schwarzem Marmor umgebene Zentralfeld aus weißem Marmor zeigt als Hochrelief den Verstorbenen in vollem Ornat mit Krummstab in der Rechten und Buch in der Linken, wobei der Körper ein bißchen nach rechts, der Kopf aber nach links gerichtet ist, ein optischer Trick, der dem Betrachter in jeder Position das Gefühl gibt, daß die Figur sich ihm zuwendet. Zugleich wird durch die Rückbiegung des Körpers die Richtung des Krummstabes ausgeglichen und erzeugt Körperspannung und Dynamik. Der Fürstbischof steht auf einer weißmarmornen Konsole, die vor den schwarzen Rahmen gesetzt ist. Das Inschriftenfeld ist außerhalb des schwarzen Rahmens unten angesetzt.

 

Das Wappen des Mainzer Kurfürsten Anselm Franz von Ingelheim (regierte 1679-1695) ist geviert, Feld 1 und 4: in Rot ein silbernes, sechsspeichiges Rad für das Erzstift Mainz, Feld 2 und 3: in Schwarz ein rot-golden geschachtes, durchgehendes Kreuz, das Stammwappen der Herren von Ingelheim, die seit 1680 Reichsfreiherren und seit 1737 Grafen sind. Das gestürzte Schwert steht schräglinks hinter dem Schild, man sieht aufgrund einer Beschädigung des gesamten Oberwappens nur die Parierstange; der Griff ist abhanden gekommen, ebenso wie der schrägrechts gestellte Krummstab nur noch ein Fragment mit Krümmenansatz ist. Das Wappen trägt drei Helme, man erkennt noch einen Fürstenhut, ein Kissen und eine Laubkrone; die eigentlichen Kleinode, die Inful und der wie das Stammwappen tingierte Flug, sind verlorengegangen. Besser sieht man die Kleinode am Epitaph im Mainzer Dom, wo das Wappen ebenfalls mit drei Helmen dargestellt ist. zwei auf Totenköpfen als Vergänglichkeitssymbolen stehende Putten fungieren als Schildhalter.

Literatur, Links und Quellen:
Liste der Baudenkmäler in Aschaffenburg: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmäler_in_Aschaffenburg
Alfred F. Wolfert, Aschaffenburger Wappenbuch, Veröffentlichung des Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg e. V., Aschaffenburg 1983, Seite 62
Stiftskirche Aschaffenburg, Schnell-Kunstführer Nr. 230, 8. Auflage 2003, Verlag Schnell & Steiner Regensburg, ISBN 3-7954-4193-5
Veröffentlichung der Innenaufnahmen mit freundlicher Erlaubnis von der Kath. Kirchenstiftung St. Peter und Alexander, 23.1.2007
Stiftspfarrei St. Peter und Alexander:
http://www.stiftsbasilika.de/
Stiftsbasilika:
http://www.stiftsbasilika.de/basilika/ - http://www.stiftsbasilika.de/basilika/kirchenraum
Pfarreiengemeinschaft St. Martin:
http://www.st-martin-aschaffenburg.de/index.html
Anselm Franz von Ingelheim:
https://de.wikipedia.org/wiki/Anselm_Franz_von_Ingelheim_(1634–1695)
Anton Brück: Anselm Franz von Ingelheim, in: Neue Deutsche Biographie, Bd. 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 310 f. - online:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118971344.html - http://daten.digitale-sammlungen.de/0001/bsb00016233/images/index.html?seite=328
Franz Werner: Anselm Franz Freiherr von Ingelheim, in: Der Dom von Mainz und seine Denkmäler nebst Darstellung der Schicksale der Stadt und der Geschichte seiner Erzbischöfe, 1836, S. 71-106, online:
https://books.google.de/books?id=ejECAAAAcAAJ&pg=PA71#v=onepage&q&f=false
von Ingelheim:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ingelheim_(Adelsgeschlecht)
Die Wappen der Hochstifte, Bistümer und Diözesanbischöfe im Heiligen Römischen Reich 1648-1803, hrsg. von Erwin Gatz, erstellt von Clemens Brodkorb, Reinhard Heydenreuter und Heribert Staufer, Schnell & Steiner Verlag 2007, ISBN 978-3-7954-1637-9

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