Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 364
Ravensburg - Schatzkästlein des Spätmittelalters

Das Rathaus in Ravensburg

Rathaus: Im 14. Jh. kam es zu einer Stadterweiterung. Dabei wurde die Stadtmauer vergrößert, und ein Gebiet, welches früher am Rand der alten Stadt lag, rückte auf einmal ins Zentrum. Ein paar ältere Bürgerhäuser wurden abgetragen, und an deren Stelle wurde 1386 das neue Rathaus erbaut, das sich früher in der Oberstadt befand. Es ist ein spätgotisches Bauwerk, typisch sind die Fensterreihen im ersten Obergeschoß, schmale hochrechteckige Fenster in dichter Reihe, oben mit einer Dreipaßeinfassung versehen. Das Erdgeschoß war früher eine durch Arkaden nach außen offene Halle, in der Stadtgericht und kaiserliches Landgericht öffentlich tagten. Natürlich gab es hier auch Handelsgelegenheiten, und neben den Warenauslagen den Ausschank der Spitalbrauerei. Im ersten Obergeschoß befinden sich zwei schöne alte Ratssäle aus der Spätgotik mit gewölbten Balkensegmentdecken. Die Ausstattung mit Glasscheiben, Zunfttafeln, Fresken und einem Stadtplan von1625 ist original. Der kleine Saal hat zwei Fensterpfeiler aus Sandstein mit plastischem Schmuck aus dem 14. Jh. Im angebauten Salzhaus ist ein spätgotisches Amtszimmer des Oberbürgermeisters mit Rechtssprüchen von 1581. Im Osten des Gebäudes finden wir eine sehr frühe Darstellung des Stadt- und Reichswappens aus Sandstein (14. Jh.). Auf der Nordseite ist ein reich verzierter Erker von 1571, wobei die Wappen auf 1707 datiert sind.

Ravensburger Stadtwappen: In Silber schwebend eine blaue Burg mit zwei Zinnentürmen und großem offenen Tor mit zum Großteil hochgezogenem Fallgatter. Die Burg zeigt eine nach unten spitz zulaufende Untermauerung. In der heutigen Darstellung zwischen den Türmen schwebend ein kleines blaues Tatzenkreuzchen. Dieses Kreuzchen ist in alten Stadtsiegeln von 1379 und 1434 in einem besonderen Schildchen zwischen den beiden Zinnentürmen untergebracht. Später ließ man es weg. Bei einer moderneren Wappenkorrektur hat man das Kreuzchen wieder aufgenommen, aber ohne Schildchen direkt zwischen die Zinnentürme platziert.

Reichsadler: In Gold ein schwarzer Adler. Doppelköpfig als Kaiseradler, einköpfig als Königsadler, je nach Zeit und Zusammenhang die Köpfe nimbiert oder nicht. Die Bewehrung ist je nach Zeit rot oder golden, die Zunge ebenso. Ravensburg war ursprünglich welfisch (Geburtsort Heinrichs des Löwen), 1191 staufisch, dann Reichsstadt, kam 1802 an Bayern und 1810 zu Württemberg.

Literatur:
Stadtgeschichte: http://www.ravensburg.de/content/artikel_tourist/3287.htm
Allgemein: http://www.ravensburg.de
Sehenswürdigkeiten: http://www.ravensburg.de/content/artikel_buerger/2948_981.htm

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