Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 345
Deutschordensschloß Altshausen (Landkreis Ravensburg)

Die große Wappentafel im Chor der Schloßkirche zu Altshausen
- Wappen aller Landkomture von Altshausen -
Teil (2): 1392 - ca. 1500 AD

Rudolph von Randegg 1392. In Silber ein roter Löwenkopf. Auf dem Helm ein roter Löwenkopf wachsend. Helmdecken rot-silbern. Das Wappen derer von Randegg/Randeck fand übrigens später Eingang in das gevierte Wappen der Faber von Randeck.

Dietrich Freiherr von Venningen 1392 (in Silber 2 rote ins Andreaskreuz gesetzte Lilienstäben (Glevenstäbe), Helmzier eine bordierte silberne Bischofsmütze, mit den gekreuzten zwei roten Lilienstäben belegt, oben mit schwarzen Hahnenfedern besteckt. Helmdecken rot-silbern). Altritterliches schwäbisches Geschlecht.

Heinrich von Schletten 1395 (Wappen des letzteren: in Schwarz drei (2:1) silberne Blätterbüschel mit rotem Griff (Baderquasten). Helmzier ein gestulpter hoher Hut (mal als Pelz beschrieben, mal rot), in dessen Stulp zwei silberne Blätterbüschel mit rotem Griff (Baderquasten) stecken. Oberfränkisches Geschlecht).

Im ersten Wappen gut zu sehen, was die Standard-Komponenten des Landkomtur-Wappens sind. Felder 2 und 3 sowie Helm 2 wären dem hier nicht ausgeführten Familienwappen vorbehalten gewesen.

Adolph Freiherr von Firmian 1398 (geviert: Feld 1 und 4: 5mal rot-silbern geteilt oder wie hier in Rot zwei silberne Balken, rote Felder mit 3:2:1 halben silbernen Ringen oder gestürzten Mondsicheln belegt (Stammwappen von Firmian). Hier vereinfacht. Feld 2 und 3: in Blau eine mit den Zinken auswärts gekehrte silberne Hirschstange, Zinken mit je einem goldenen Stern besteckt (von Metz/Cronmetz, ausgestorben, Sterne fehlen hier). Helm 1: ein aufrecht auf einer Ecke stehendes Kissen, von Silber und Rot zu hier 9 Plätzen geschacht, an den drei Enden mit dreizackigen Quasten besetzt. Helm 2: ein silbernes Hirschgeweih, Zinken mit goldenen Sternen besteckt. Helmdecken rot-silbern/blau silbern gespalten). Tiroler Geschlecht, später Freiherren und Reichsgrafen.

Marquard von Königsegg 1408 (schräglinks rot-golden geweckt. Helmzier ein roter Federstoß. Helmdecken rot-golden.)

Burcard von Schellenberg 1446. Das Familienwappen ist dreimal schwarz-golden geteilt, auf dem Helm ein Paar Hörner. Das Wappen wird beschrieben im Siebmacher Band: WüA Seite: 212 Tafel: 116, Band: WüA Seite: 255, Band: FstM Seite: 70 Tafel: 159 und im Alberti S. 682. Hinsichtlich der Tingierung des Kleinods geben die Quellen unterschiedliche Werte: Die Züricher Wappenrolle zeigt zwei Hifthörner, vorne silbern mit rotem Band, hinten rot mit silbernem Band. Das Donaueschinger Wappenbuch zeigt ein silbernes und ein rotes Büffelhorn. Der Cotta'sche Codex zeigt die umgekehrte Farbreihenfolge. Das Scheiblersche Wappenbuch (Bayerische Staatsbibliothek Cod.icon. 312 c), Folio 34, zeigt auf dem Helm mit rot-goldenen Decken ein Paar Büffelhörner, rechts silbern, links rot. Das oberschwäbische Geschlecht hat seinen Stammsitz im Fürstentum Liechtenstein. 1545 wurde das Wappen um das der ausgestorbenen Herren von Kislegg (in Gold ein schwarzer Panther/Pantier) vermehrt. Decken schwarz-gold/rot-silbern.

von Landsee 1476. Das Familienwappen ist rot-silbern geviert, in jedem der vier Plätze eine Lilie in verwechselten Farben, auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein beiderseits mit dem Schildbild belegter Flug. Das Wappen wird beschrieben im Siebmacher Band: Wü Seite: 9 Tafel: 11, im Rietstap und im Alberti S. 435. Es gibt zwei Familien dieses Namens, eine württembergisch-schwäbische und eine thurgauisch-schweizerische. Die thurgauische Familie von Landsee und zu Berg führte das soeben beschriebene Wappen, erlosch aber. Die schwäbische Familie stammt von einem Konstanzer Geschlecht ab, das als Stammwappen in Rot einen aus grünem Dreiberg wachsenden Mann in gold-blau gespaltener Gewandung führte, in jeder Hand einen Diebsschlüssel oder Dietrich haltend. Helmzier der Mann wie im Schild, aber nur mit einem Dietrich. Diese Familie erhielt 1622 die Erlaubnis, das Wappen des erloschenen thurgauischen Geschlechts mit dem seinigen zu vereinigen. Das Wappen ist nun geviert: Feld 1 und 4: das beschriebene Stammwappen, Feld 2 und 3: rot-silbern geviert, in jedem der vier Plätze eine Lilie in verwechselten Farben. Zwei Helme, Helm 1 wie Stammwappen, Helm 2: Ein Flug mit dem Schildinhalt der Felder 2 und 3. Helmdecken rot-silbern.

Rudolph von Rechberg 1476 (in Gold zwei abgewendete rote Löwen mit verschlungenen Schwänzen. Die Helmzier ist ein wachsender goldener Hirsch, hier mit rotem Geweih, Helmdecken rot-golden). Die uradelige, später hochadelige Familie der Herren von Rechberg stammt aus dem Schwäbischen und ist auf dem Hohenrechberg (Landkreis Schwäbisch Gmünd) und der dortigen Burg seit dem 12. Jh. nachgewiesen, konkret mit Ulricus de Rehperc am 22.1.1179. Sie waren Ministerialen der Stauferkönige. Im 13. Jh. kam es zur Aufspaltung in mehrere Linien. Die Linie "Rechberg unter den Bergen" erlosch schon 1413, und aus der Linie "Rechberg auf den Bergen" entstanden die folgenden Linien. Die erste Linie Rechberg zu Scharfenberg erlosch 1547 mit Georg Rechberg zu Scharfenberg. Die zweite Linie Rechberg zu Scharfenberg wurde 1549 von Hans III. von Rechberg zu Illeraichen begründet und bestand bis 1732. Die Linie Illeraichen erlangte je nach Begünstigtem am 11.3.1601 und am 7.6.1642 den Reichsfreiherrenstand und am 22.7.1626 sowie am 28.1.1699 den Reichsgrafenstand. Die Herrschaft Hohen-Rechberg wurde am 29.10.1638 zur freien Reichsherrschaft erhoben. Die Linie Kronburg erlangte am 18.10.1577, am 20.7.1597 und am 28.2.1598 je nach Begünstigtem den Reichsfreiherrenstand und am 19.9.1607 den Reichsgrafenstand mit Wappenvermehrung. Die Linie Osterberg erlangte am 4.12.1601 den Reichsfreiherrenstand. 1738 wurden die Besitzungen aller Rechberg-Linien wieder unter Johann Bero von Rechberg auf Hohenrechberg, Weißenstein, Donzdorf und Kellmünz (2.12.1697-12.5.1745) vereinigt, der zum letzten Mal eine Linie von Rechberg und Rothenlöwen begründete, nachdem alle anderen erloschen waren. Bayerische resp. württembergische Grafenstandserneuerungen datieren vom 25.10.1810 und vom 6.11.1810. Mit der Mediatisierung fielen ihre einstmals reichsunmittelbaren Territorien 1806 an das Königreich Württemberg und 1810 an das Königreich Bayern. Die Herren von Rechberg waren im Laufe der Geschichte im Dienste der Kirche aktiv, letzteres als Bischöfe von Speyer, Eichstätt und Augsburg. Joseph Bernhard Nikolaus Albert Graf von Rechberg und Rothenlöwen zu Hohenrechberg (22.10.1885-30.5.1967) adoptierte 1950 seinen Neffen Albert Germanus Friedrich Otto Aloysius Johannes Graf von Rechberg und Rothenlöwen zu Hohenrechberg (29.11.1912-21.10.2002), Vater von Bernhard Albert Josef Johannes Erbgraf von Rechberg und Rothenlöwen zu Hohenrechberg (geb. 10.1.1956).

Herman von Luternaw (?) 1476 (In Schwarz ein oben gezinnter silberner Balken. Helmzier ein Bärenrumpf (?), von dem oben gezinnten Balken umgürtet. Helmdecken schwarz-silbern)

Wolfgang von Klingenberg 1481 (Schwarz-silbern geteilt. Helmzier auf einem roten Kissen ein goldenes aufrechtes Rad. Helmdecken hier rot-golden, in der Lit. schwarz-golden. Das Wappen wird beschrieben im Siebmacher Band: NÖ1 Seite: 235 Tafel: 116, Band: WüA Seite: 175 Tafel: 94. Vgl. auch die Varianten mit kleinen Flämmchen im oberen Teil und die schwarz-goldenen Varianten. Siehe auch Schaffhausen'sches Wappenbuch. Im Cotta'schen Codex goldene Quasten am Kissen sowie ein Hahnenfederbusch am Rad). Thurgauisches Geschlecht. Einstige Inhaber der Burg Hohentwiel.

Hans von Tieffen (Tiefen) 1489 (In Rot zwei silberne Adlerflüge übereinander. Helmzier ein silberner Flug. Helmdecken rot-silbern.) Aus dieser Familie kam mit Johann von Tiefen auch ein Hochmeister des Deutschen Ordens Ende des 15. Jh.

Literatur, Links und Quellen:
Rechberg: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XI, Band 122 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag Limburg, 2000
Rechberg:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rechberg_%28Adelsgeschlecht%29
Stammbaum der Rechberger:
http://genealogy.euweb.cz/german/rechberg1.html - http://genealogy.euweb.cz/german/rechberg2.html - http://genealogy.euweb.cz/german/rechberg3.html - http://genealogy.euweb.cz/german/rechberg4.html - http://genealogy.euweb.cz/german/rechberg5.html

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Frau M. Scherr, kath. Kichengemeinde St. Michael, Altshausen, 14.3.2007

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