Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 33
Schloß Montabaur

Schloß Montabaur - Wappen dreier Kurfürsten

Links: Torgebäude von außen, rechts zentrale Vierflügelanlage

Links: zentraler Hof des Vierflügelbaues, rechts Torgebäude von innen

Das Wappen des Trierer Kurfürsten Richard von Greiffenclau zu Vollrads

Wappen an der Außenmauer des Vierflügelbaues. Geviert: 1 und 4: Kurtrier, in Silber ein rotes Kreuz. 2 und 3: Wappen Greiffenclau, Silbern-blau geteilt, belegt mit einer goldenen Lilienhaspel (Glevenrad). Helmzier wäre eine goldene Greifenklaue mit silbern-blauer Befiederung. Die Helmdecken wären blau-silbern.

Das Wappen des Trierer Kurfürsten Johannes VII. von Schönenberg von 1588

Außenseite des Torgebäudes über der Durchfahrt. Das Wappen beinhaltet wie bei allen Erzbischöfen und Kurfürsten nach 1576 immer auch die Fürstabtei Prüm. Variationen ist es nicht unterworfen, denn Trier war sein einziges Bistum.

Drei mögliche Helme:

Am Grabaltar im Trierer Dom sowie am Johannesaltar am selben Ort sind alle drei Helme realisiert, am Schloß in Montabaur nur Helm 2.

Die Wappen des Trierer Kurfürsten Johann Hugo von Orsbeck

Wappen über der Toreinfahrt zum zentralen Hof. Herzschild: Stammwappen Orsbeck, in Gold ein rotes Schragenkreuz, begleitet von vier grünen Seeblättern. Hauptschild: Kurtrier, In Silber ein rotes Kreuz. Kurhut, Schwert, Bischofsstab.

Eines der drei Wappen über den Eingängen der zentralen Vierflügelanlage. Herzschild: Stammwappen Orsbeck, in Gold ein rotes Schragenkreuz, begleitet von vier grünen Seeblättern. Hauptschild: Kurtrier, In Silber ein rotes Kreuz. Kurhut, Schwert, Bischofsstab.

Innenseite des Torbaus. Herzschild: Stammwappen Orsbeck, in Gold ein rotes Schragenkreuz, begleitet von vier grünen Seeblättern. Hauptschild: Kurtrier, In Silber ein rotes Kreuz. Kurhut, Schwert, Bischofsstab.

Außenseite der Einfahrt zur zentralen Vierflügelanlage. Herzschild: Stammwappen Orsbeck. In Gold ein rotes Schragenkreuz, bewinkelt von vier grünen Seeblättern. Feld 1: Kurtrier: In Silber ein rotes Kreuz. Feld 2: Fürstabtei Prüm: In Rot das silberne "Prümer Lamm". Feld 4: Hochstift Speyer: In Blau ein silbernes Kreuz. Feld 3: Propstei Weißenburg (Wissembourg)/Elsaß: In Rot eine silberne Burg, überhöht von einer goldenen Krone. Kurhut, Schwert, Bischofsstab.

Kurfürst Richard von Greiffenklau zu Vollrads
geb. 1467 auf Schloß Vollrads bei Oestrich-Winkel als Sohn des Johannes von Greiffenclau und seiner Frau Klara von Rathsamhausen
1487 Domkapitular in Trier
1488 Studium in Paris
Erzbischof von Trier und Kurfürst 1511-1531
Ausbau der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz
Amtszeit geprägt vom Kampf gegen Franz von Sickingen, 1522 erfolglose Belagerung von Trier, 1523 Gegenfeldzug
gest. 13.3.1531 bei Wittlich auf Schloß Ottenstein, Grab im Trierer Dom

Ursprünglich hieß der Ort Humbach, wurde aber umbenannt wegen der Ähnlichkeit des Berges mit dem "Mons Tabor". 1280-1290 wurde die mittelalterliche Burg errichtet, von der im wesentlichen heute noch der Bergfried zu sehen ist. Die beiden Kurfürsten Johann von Baden und Richard von Greiffenclau waren es, die aus der mittelalterlichen Burg durch Umbau ein neuzeitliches Schloß machten.

Der Trierer Kurfürst Johannes VII von Schönenberg
geb 1525 bei Schwirzheim auf Burg Hartelstein als Sohn von Johann von Schönenburg
1538 Kanonikatanwärter am Dom zu Trier
Kurfürst von Trier 1581-1599
gest. 1.5.1599, Beisetzung im Trierer Dom, Nachfolger: Lothar von Metternich

Der Kirchenfürst Johann Hugo von Orsbeck
geb. 1634 auf Burg Großvernich bei Weilerswist (Herzogtum Jülich; Erzbistum Köln), Sohn von Wilhelm von Orsbeck, Herr von Vernich und Kammerherr von Jülich, und Katharina von der Leyen
Beginn der geistlichen Laufbahn 1650
Ausbildung am Collegium Germanicum in Rom ab 1652, niedere Weihen 1653
Subdiakonsweihe und Diakonsweihe 1658, Domkapitel in Trier und Speyer.
Archidiakon von Longuyon (Herzogtum Luxemburg) 1658
Wahl zum Speyerer Domdechant 1660
Koadjutor des Erzbischofs in Kurtrier 2.1.1672
Titularbischof von Larissa 1672
Priesterweihe 24.3.1674 in Ehrenbreitstein
Fürst-Bischof von Speyer, Wahl 16.7.1675, päpstliche Ernennung 10.5.1677
Propst von Weißenburg/Elsaß
Erzbischof und Kurfürst von Trier 1.6.1676-6.1.1711, bestieg den Thron mit 42 Jahren als Nachfolger von Karl Kaspar von der Leyen
gest. 6.1.1711 auf Schloß Philippsburg in Koblenz-Ehrenbreitstein. Bestattung im Trierer Dom, Herz separat in Speyer.

Johann Hugo von Orsbeck war es, der 1686-1699 Schloß Montabaur von Grund auf erneuern ließ. Bis zum Jahre 1802 ist Schloß Montabaur die Residenz des Kurfürsten von Trier, danach geht es an das Herzogtum Nassau über und wurde von den Herzögen als Jagdschloß genutzt.

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Literatur: Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter".
Rheinische Kunststätten, Heft Montabaur.

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