Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 319
Mainz - Erzbischöfe, Kurfürsten, Adelspaläste

Das Schloß in Mainz - Teil (7)
Heraldischer Bauschmuck des Damian Hartard von der Leyen (1675-1678)

Von Damian Hartard von der Leyen gibt es am kurfürstlichen Schloß zwei Wappentypen. Einerseits taucht genau einmal sein vollständiges Amtswappen auf, wobei dieser Fall bereits in einem separaten Kapitel beschrieben wurde. Andererseits finden wir am Schloß etliche kleine Kartuschen nur mit dem Familienwappen. Das betrifft nur den nördlichen Teil des Rheinflügels und wiederum nur die Hofseite, weil er nur diese Fassade hochzog, während auf der Rheinseite noch die Martinsburg ein dortiges Weiterbauen verhinderte. Die betreffenden Fensterachsen enthalten alle im Erdgeschoß seine Wappenkartusche im Fenstergiebel und auf den Metopen sowie im zweiten Obergeschoß sein in üppige Renaissance-Ornamentik eingebettetes Monogramm auf den Fensterbrüstungen. Insofern führt er das von seinen Amtsvorgängern aufgestellte Gestaltungsschema in genauer Kopie, aber unter Anpassung auf seine eigenen heraldischen Inhalte fort. Es gibt nur einen gestalterischen Unterschied: In den Metopen verwendet er erstmals auch eine Kartusche für sein Familienwappen, im Gegensatz zu den Greiffenclau-Glevenrädern, die quasi "randlos" in die Metopenfelder plaziert worden waren.

Abb.: Markierung des Vorkommens der Wappenkartusche des Fürstbischofs Damian Hartard von der Leyen an dem linken Teil der hofseitigen (westlichen) Fassade des Rheinflügels. Das große Wappen über dem Torbogen wurde bereits in einem vorherigen Kapitel beschrieben.

 

Beide Abb. oben: Wappenkartuschen von Damian Hartard von der Leyen an den Fensterbrüstungen des ersten Obergeschosses der Hoffassade des Rheinflügels. Das Wappen der von der Leyen ist in Blau ein silberner Pfahl. Die zugehörige Helmzier wäre ein silberner Brackenrumpf mit goldenem Halsband zwischen einem mit silbernen Lindenblättern bestreuten, blauen Flug. Die Helmdecken wären blau-silbern. Aber das entfällt bei der hier eher ornamentalen Verwendung.

 

Beide Abb. oben: Wappenkartuschen von Damian Hartard von der Leyen über den Fensters des Erdgeschosses der Hoffassade des Rheinflügels. Das Wappen taucht jeweils dreimal auf, einmal in der Mitte im Sprenggiebel, überhöht von einem Kurhut, und zweimal in den Metopenfeldern darüber, flankiert von zwei Mainzer Rädern.

 

Beide Abb. oben: Wappenkartuschen von Damian Hartard von der Leyen an den Sockeln der Hoffassade des Rheinflügels. Die von Fürstbischof von Greiffenclau vorgegebene Gestaltung der Sockel mit Wappenkartuschen in einem von einem rechtwinkligen Raster umgebenen Beschlagwerkkreis auf den Sockeln wurde sowohl von Damian Hartard von der Leyen als auch von den Fürstbischöfen von Ingelheim und von Ostein beibehalten.

Abb. oben und Detail unten: Die Brüstungen des zweiten Obergeschosses tragen das Monogramm DH = Damian Hartard auf einer mit einem Kurhut bedeckten Kartusche. Auch in diesem dekorativen Detail folgte der Fürstbischof der durch seinen Amtsvorgänger an den zuvor bestehenden Fensterachsen getroffenen gestalterischen Vorgabe.

Literatur:
Baedeker: Mainz, Karl Baedeker-Verlag, 2004. ISBN 3-87954-074-8
Werner Schäfke: Der Rhein von Mainz bis Köln, eine Reise durch das romantische Rheintal, DuMont Kunstreiseführer, DuMont Verlag, Köln 2006, ISBN 978-3-7701-4799-1
Siebmachers Wappenbuch.
Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter".
http://www.ccmainz.de/cms/index.php?id=51
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Stadt Mainz, Band 2.2: Altstadt, bearb. von Ewald Wegner, hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz 1988, Wernersche Verlagsgesellschaft Worms, 3. Auflage 1997, ISBN 3-88462-139-4, S. 164-169

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