Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 314
Mainz - Erzbischöfe, Kurfürsten, Adelspaläste

Das Schloß in Mainz - Teil (13)
Das Wappen der Stadt Mainz:

Das kurfürstliche Schloß ist durch das moderne Stadtwappen zweimal als städtischer Besitz gekennzeichnet. Beide Darstellungen befinden sich jeweils über den Türen im nördlichen Bereich des Rheinflügels, eine zum Hof hin (Abb. unten links) und eine zum Rhein hin (Abb. unten rechts, jeweils Markierung der genauen Position).

 

Die betreffende Stelle wurde sowieso baulich mehrfach umgestaltet. Erst waren hier drei offene Bögen, dann wurden zwei vermauert, und auch das Treppenhaus dahinter erfuhr mehrfache Veränderungen.

 

Beide Abb. oben: Stadtwappen über der Tür im Westportal des Rheinflügels, in der Portalnische. Außen ist obendrüber das von-der-Leyen-Wappen. Abb. unten: Stadtwappen über der Tür im Ostportal des Rheinflügels. Außen ist obendrüber das von-Ostein-Wappen.

Das Wappen der Stadt Mainz zeigt in Rot zwei durch ein silbernes Kreuz verbundene, schräg gestellte, sechsspeichige silberne Räder. Es sollte sorgsam von dem einzelnen Rad, dem Wappen des Erzstifts, unterschieden werden. Das ursprüngliche Wappenbild der Stadt Mainz war der Stadtpatron, der Hl. Martin. Um ca. 1300 taucht dieser erstmals in Verbindung mit dem Rad auf einem Ratssiegel auf. Der Erzbischof von Mainz übernahm nur das Rad. Im Unterschied dazu führte die Stadt allein das Doppelrad als Wappen, wobei ab dem 16. Jahrhundert das Gebilde schräg gestellt wurde. Während der französischen Besatzungszeit kam es zu einer Diskontinuität: Alle bisherigen Wappen verloren ihre Gültigkeit. Auf dem Rathaus wurde mit der Freiheitsfigur mit Jakobinermütze gesiegelt. Mit Napoleon kam der Kaiseradler ins Stadtsiegel. Am 13. Juni 1811 bekam die Stadt Mainz ihr traditionelles Rad wieder, wobei dem Wappen ein mit drei Bienen belegter Balken hinzugefügt wurde. 1835-1915 drückte ein besonderes Schildhaupt den Charakter als Bundesfestung aus. 1915 kehrte man schließlich wieder zum gewohnten doppelten Rad zurück.

Literatur:
Baedeker: Mainz, Karl Baedeker-Verlag, 2004. ISBN 3-87954-074-8
Werner Schäfke: Der Rhein von Mainz bis Köln, eine Reise durch das romantische Rheintal, DuMont Kunstreiseführer, DuMont Verlag, Köln 2006, ISBN 978-3-7701-4799-1
Siebmachers Wappenbuch.
Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter".
http://www.ccmainz.de/cms/index.php?id=51
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Stadt Mainz, Band 2.2: Altstadt, bearb. von Ewald Wegner, hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz 1988, Wernersche Verlagsgesellschaft Worms, 3. Auflage 1997, ISBN 3-88462-139-4, S. 164-169

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