Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 312
Mainz - Erzbischöfe, Kurfürsten, Adelspaläste

Das Schloß in Mainz - Teil (10)
Wappen des Johann Friedrich Karl von Ostein (1743-1763), Westseite

Im vorangegangenen Kapitel wurden die Wappen von Johann Friedrich Karl von Ostein auf der Ostseite des kurfürstlichen Schlosses beschrieben. Eines fehlt noch für diesen Fürstbischof; es befindet sich im Giebel auf dem Westabschluß des Nordflügels, und es ist genauso angebracht wie das Pendant auf der Ostseite, in einem ähnlichen Giebelaufsatz, ebenso zwischen zwei Vasen. Die Gestaltung derselben ist jedoch hier ganz anders als am Ostgiebel.

Das Wappen im Giebel der Westseite des Nordflügels für Johann Friedrich Karl von Ostein als Erzbischof von Mainz ist geviert, Feld 1 und 4: in Rot ein silbernes, sechsspeichiges Rad für das Erzstift Mainz, Feld 2 und 3: in Blau ein springender, goldener, rot gezungter Windhund mit rotem Halsband, das Stammwappen der von Ostein. Als Oberwappen findet man stets den Kurhut, welcher hier auf den Giebelaufsatz zuoberst gesetzt wurde, und das gestürzte Schwert sowie den Krummstab hinter dem Schild schräggekreuzt.

Im Detail ist die Darstellung ganz anders als am Ostgiebel. Dort wird die Kartusche von Girlanden und Fruchtgebinden umgeben, hier ist es dagegen eine Rocaille-Kartusche vor einem hermelingefütterten Wappenmantel. Insbesondere fallen auch die beiden behalsbandeten, widersehenden Windspiele seitlich auf, die als Schildhalter angebracht sind, das Wappentier der von Ostein.

 

Die Inschrift unter dem Wappen ist identisch mit der am gleichzeitig fertiggestellten Ostgiebel und lautet: "DEI GRATIA FRIDERICVS CAROLVS PRINCEPS ELECTOR SIBI SVISQVE SVCCESSORIBVS BIENNIO EREXIT" - Friedrich Karl von Gottes Gnaden Kurfürst hat für sich und für seine Nachfolger im zwanzigsten Jahr seiner Herrschaft errichtet - und enthält das Chronogramm D + I + I + I + D + I + C + V + C + L + V + I + C + L + C + I + I + V + I + V + V + C + C + I + V + I + I + X + I = 500 + 1 + 1 + 1 + 500 + 1 + 100 + 5 + 100 + 50 + 5 + 1 + 100 + 50 + 100 + 1 + 1 + 5 + 1 + 5 + 5 + 100 + 100 + 1 + 5 + 1 + 1 + 10 + 1 = 1752. In diesem Jahr wurde das Schloß endlich im Außenbau vollendet.

Literatur:
Baedeker: Mainz, Karl Baedeker-Verlag, 2004. ISBN 3-87954-074-8
Werner Schäfke: Der Rhein von Mainz bis Köln, eine Reise durch das romantische Rheintal, DuMont Kunstreiseführer, DuMont Verlag, Köln 2006, ISBN 978-3-7701-4799-1
Siebmachers Wappenbuch.
Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter".
http://www.ccmainz.de/cms/index.php?id=51
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Stadt Mainz, Band 2.2: Altstadt, bearb. von Ewald Wegner, hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz 1988, Wernersche Verlagsgesellschaft Worms, 3. Auflage 1997, ISBN 3-88462-139-4, S. 164-169

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