Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 239
Trier: Im Schatten der glanzvollen Kurfürsten

Haus der Ratsherrenfamilie Umbscheiden, Stockplatz 2 in Trier

Dieses barocke Anwesen am Stockplatz wurde in der ersten Hälfte des 18. Jh. erbaut und gehörte der Trierer Ratsherrenfamilie Umbscheiden. Neben dem eigentlichen Haupthaus führt eine Einfahrt in den Hof, über der Einfahrt ist das Allianzwappen angebracht. Als Baumeister gilt Joseph Walter, ein Augustiner. 1867 erfolgte eine Umgestaltung im Stile des Neobarocks, hier ist Karl von Beulwitz Bauherr und Gerhard König der Architekt. 1982 erfolgte eine umfassende Renovierung.

Das Allianzwappen zwischen Akanthus-Voluten zeigt unter einem einzigen Helm (Sonnier) zusammengestellt das Wappen des Ehemannes Alexander Wilhelm Sonnier heraldisch rechts und auf der linken Seite das Wappen seiner Frau Maria Ludovika Antonia Umbscheiden.

Für das Wappen Umbscheiden werden je nach Quelle unterschiedliche Tingierungen angegeben, laut Milz, vom Wappenwesen des Trierer Rates, ist die aus zwei verflochtenen Cs und einem beiderseits abgeledigten Balken gebildete Marke gold auf rot, nach Loutsch, Armorial du pays de Luxembourg ist sie rot auf silber. Hier ist sie rot auf gold angestrichen. Mangels Eindeutigkeit sei die Frage der korrekten Tingierung offen gelassen.

Andere Umbscheiden:
Diese Familie Umbscheiden hat nichts zu tun mit dem Eifeler Geschlecht Umbscheiden/Unbescheiden, diese führen im Wappenschild in Blau ein goldenes verflochtenes Pentagramm und darüber zwei goldene Sterne, nach Loutsch, Armorial du pays de Luxembourg, und nach Siebmacher; nach Milz, vom Wappenwesen des Trierer Rates, sind Sterne und Drudenfuß silbern. Helmzier ein Stern zwischem einem übereck blau-golden geteilten Flug, Helmdecken blau-golden.

Die von Umbscheiden von und zu Rittersdorf, Hochgerichtsherrn zu Rittersdorf, tauchen erstmals 1244 auf, ab 1722 geadelt, haben wiederum einen anderen Schild, silbern-rot geteilt, oben ein wachsender roter Löwe, unten ein silbernes verflochtenes Pentagramm (nach Loutsch, Armorial du pays de Luxembourg). Johann Umbscheiden kaufte 1708 Rittersdorf in der Eifel.

Literatur:
Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter".
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschand, Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Band 17.1, Hrsg. im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur vom Landesamt für Denkmalpflege: Stadt Trier, Altstadt, bearbeitet von Patrick Ostermann, Wernersche Verlagsgesellschaft Worms, 2001, ISBN 3-88462-171-8
Siebmachers Wappenbuch, Bürgerliche Wappen, 5.4. Seite 90, Tafel 99
Loutsch, Armorial du pays de Luxembourg, 1974
Milz, vom Wappenwesen des Trierer Rates

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