Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 237
Trier: Im Schatten der glanzvollen Kurfürsten

Dompropstei, Domfreihof 4 in Trier

Die Dompropstei in unmittelbarer Nachbarschaft des Trierer Domes ist eine ehemalige Domherrenkurie mit reicher Geschichte. Es ist eine der besterhaltenen Kurien innerhalb der alten Domimmunität Triers. Die Kurie ist mit dem Namen Zolvern verbunden, einer luxemburgischen Adelsfamilie. Das heutige Aussehen mit entsprechendem Wappenschmuck erhielt die Kurie bei einem Umbau in den Jahren 1654-1656 durch Karl Kaspar von der Leyen, Erzbischof und Kurfürst, für seinen Bruder, Hartard von der Leyen, Archidiakon von Karden und späterer Erzbischof von Mainz.

Die Architektur ist die einer typischen Hofkurie - ein Torbau führt in den von einer hohen Mauer umgebenen Bering, seitlich schließt ein im Erdgeschoß offenes Wirtschaftsgebäude an mit Remisen und Bedienstetenwohnungen darüber, das Wohnhaus der Herrschaften befindet sich an der Rückseite des Innenhofes, dahinter ein weitläufiger Garten.

Die gesamte Fassade des Torgebäudes, datiert von 1654, ist voller Wappen von der Leyen. Über dem Haupttor prangt es, im Giebel des Zwerchhauses, sowie in kleinerer Darstellung nur als Schild über jedem Fenster, wobei diese bis auf ein einziges moderne Kopien sind.

Oben: Gesamter Fenstersturz, unten: Detailausschnitt mit dem Wappen.

Der Stil ist barock, die Gliederung durch Sandsteingewände edel und repräsentativ. Die Mittelachse wird sehr stark betont durch den gesprengten Giebel über dem Torbogen und dem hohen Zwerchhaus i Knorpelstil oben vor dem Walmdach.

Wappen von der Leyen: In Blau ein silberner Pfahl. Helmzier wäre ein silberner Brackenrumpf mit goldenem Halsband zwischen mit silbernen Lindenblättern bestreutem blauen Flug. Helmdecken wären blau-silbern.

In den 60er Jahren des 18. Jh. wurde die Kurie durch Karl von Dalberg umgebaut, insbesondere im rückwärtigen Teil der als Hofanlage gebauten Kurie. Im Inneren des Anwesens ist ein prachtvolles Dalberg-Wappen an dem Eingang der Dompropstei selbst zu sehen (ohne Abb.), wobei die Kartusche von Löwen (Kopien) gehalten wird. 1795-1798 tagte hier das Friedensgericht, 1803-1805 war im Zuge der Abschaffung der Kirchenherrschaft eine Buchdruckerei hier untergebracht.

Hinter diesem Bau befindet sich ein Garten, der zur Windstraße hin von einer hohen Mauer abgeschirmt wird. In dieser befindet sich eine Hintertür, über der ein Sturz mit einem von zwei Vasen flankierten Wappenaufsatz zu sehen ist. Die stark verwitterte Inschrift im trapezförmigen Sockel des Wappenaufsatzes lautet: "HUGO EMMERIC(H) AB ELTZ ARCHIDIAC MAJOR". Darüber ist das Wappen der von Eltz zu sehen, das wäre rot-silbern geteilt, oben ein aus der Teilung hervorwachsender goldener Löwe.

Zustand 2006

Zustand 2017

Literatur:
Otto Gruber: Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, Trier 1962-1965, incl. Nachtrag Trier 1967, ebenfalls veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen der "landeskundlichen Vierteljahresblätter".
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschand, Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Band 17.1, Hrsg. im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur vom Landesamt für Denkmalpflege: Stadt Trier, Altstadt, bearbeitet von Patrick Ostermann, Wernersche Verlagsgesellschaft Worms, 2001, ISBN 3-88462-171-8, S. 215-216
Siebmachers Wappenbuch

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