Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 233
Würzburg - ein heraldischer Leckerbissen

Dom zu Würzburg, Schlußsteine im südlichen Seitenschiff

Während das Hauptschiff des Würzburger Kiliansdomes nach den kriegsbedingten Schäden modern und flach eingedeckt wurde, haben sich in den beiden Seitenschiffen die Gewölbe erhalten. Jedes einzelne Seitenschiffjoch besitzt eine Stichkappe zum Fenster hin und eine zur Hauptschiffsarkade hin. Zwischen diesen beiden Stichkappen befindet sich jeweils ein wappengeschmückter Schlußstein aus der Zeit um 1500. In den östlichsten Jochen befinden sich moderne Schlußsteine mit dem Wappen von Bischöfen aus dem 20. und 21. Jh.

Ganz am westlichen Ende des südlichen Seitenschiffs befindet sich das Wappen für den Würzburger Domherren Johannes Voit von Salzburg (gemäß Umschrift: JOHANNES VOYT VON SALZBURG THUMBHERR ZU WÜRTZBURG), in Silber ein schwarzer Zickzackbalken mit 5 Spitzen, auf dem gekrönten Helm mit schwarz-silbernen Decken ein silberner Schaft, der oben mit einem schwarzen Hahnenfederbusch besteckt ist. Normalerweise ist der Schaft ein Spitzhut, der mit dem schwarzen Zickzackbalken des Schildbildes belegt ist.

 

Abb. links: Auf 1500 datierter Schlußstein für den Kanoniker und Archidiakon Georg Fuchs von Wunfurt (Inschrift: GEORGIVS FVCHS DE WVNFVRT CANONICVS ET ARCHIDIACONVS ECCLESI(A)E HERBIPOLENSIS), in Gold ein aufspringender roter oder natürlicher Fuchs, auf dem Helm mit rot-goldenen Decken der rote Fuchs sitzend auf einem roten, silbern gestulpten Turnierhut. Abb. rechts: Wappen-Schlußstein für den Kanoniker Andreas von Thüngen (Umschrift: ANNO 1501 ANDREAS DE THVNGE(N) CAN(ONICVS) HVI(VS) ECCLESI(A)E HERBIPOL(E)N(SIS)), in Silber ein golden-rot fünfmal im Wellenschnitt gespaltener Balken, auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein wachsender, rot mit silbernem Kragen gekleideter Mannesrumpf, auf dem Kopf eine rote, silbern aufgeschlagene Mütze. Die Hahnenfederbüsche des Hutes sind hier verlorengegangen.

Dieser Wappenschlußstein ist für die beiden verwandten ("Gevettern") Domherren Wilhelm und Jörg Erbschenken zu Limpurg, geviert, Feld 1 und 4: mit vier Spitzen von Rot und Silber geteilt, Feld 2 und 3: in Blau 5 (3:2) aufrechte silberne Heerkolben, auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken ein goldener Schenkenbecher zwischen zwei rot-silbern im Spitzenschnitt geteilten Büffelhörnern. Falls letztere einst in den Mündungen je ein Fähnchen hatten, so ist dieses verlorengegangen.

Wappenschlußstein für den 1507 verstorbenen Martin von der Kere, Domherr zu Würzburg, Landrichter des Herzogtums Ostfranken, Dekan, Propst von Stift Haug. Sein Wappen ist von Silber und Schwarz geteilt mit einem oben mit roter Schnittfläche abgetrennten Vogelbein in verwechselten Farben, auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken ein wachsender Rumpf eines schwarzgekleideten Mannes, statt der Arme zwei Flügel, wie der Schild geteilt und belegt, das Gesicht anstelle eines menschlichen Mundes mit einem spitzen Vogelschnabel. Im nördlichen Seitenschiff taucht das Wappen für ein anderes Familienmitglied auf.

Auf 1501 datierter Wappenschlußstein für Jörg von Giech zu Wiesentfels (gest. 1501), Würzburger Domherr und seit 1495 Dompropst zu Würzburg, in Silber zwei aufrecht gestellte rote Schafscheren nebeneinander, auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken ein wachsender, auffliegender silberner Schwan mit rotem Schnabel, die erhobenen Flügel jeweils mit einer aufrechten, roten Schafschere belegt. Das Wappen entspricht dem im nördlichen Seitenschiff, ist aber wesentlich besser im Bereich der Helmdecken erhalten.

Dieser auf 1501 datierte Schlußstein trägt das Wappen des 1495-1519 und damit zur Zeit der Anbringung dieser Schlußsteine amtierenden Würzburger Fürstbischofs Lorenz von Bibra (Umschrift: Laurentius dei gratia Episcopus Herbipolensis Franciae Orientalis Dux 1501). Das Wappen ist geviert, Feld 1: "Fränkischer Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken, Feld 2 und 3: in Gold ein steigender schwarzer Biber mit geschupptem Schwanz, von Bibra, Feld 4: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg. Auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken wird eine Kombinationshelmzier geführt, ein Paar Büffelhörner, jeweils im Spitzenschnitt rot-silbern geteilt, oben dazwischen drei Straußenfedern in den Farben Silber, Rot und Blau, und die Standarten sind verlorengegangen. Das Wappen entspricht dem im nördlichen Seitenschiff.

Dieser auf 1501 datierte Schlußstein ist für Georg von Lichtenstein (Umschrift: Georius de Lichtenstei(n) Senior Canonic(us) et Archidiakon hui(us) ecclesi(a)e m ccccc i). Das Wappen ist hier von Silber und Rot (normalerweise genau andersherum) im Zackenschnitt quadriert, auf dem Helm mit rot-silbernen Decken zwei rote Büffelhörner, die außen mit je 3-5 Straußenfedern besteckt sind, wobei hier der obere Teil beschädigt ist.

Dieser auf 1502 datierte Schlußstein ist für Georg von Seckendorff (Umschrift: Georius de Seckendorff dictus ...Canonicus hui(us) ecclesi(a)e Anno m ccccc ii), und das Wappen zeigt in Silber zwei rote, unten verbundene und achtförmig miteinander verschlungene Lindenzweige mit acht nach außen gerichteten Blättern; die Helmzier ist zu rot-silbernen Decken ein roter, silbern gestulpter Hut, oben ehemals mit schwarzen Hahnenfedern besteckt, die heute verloren sind.

Im östlichsten Joch ist ein moderner Schlußstein mit einem Bischofswappen aus dem 20. Jh. aus der Zeit des Wiederaufbaus des Kiliansdomes nach den Kriegszerstörungen durch Hans Schädel zu sehen. Es handelt sich um das Wappen des Würzburger Bischofs Josef Stangl, und der Stein ist auf 1967 datiert. Der aus Kronach stammende Josef Stangl (12.8.1907-8.4.1979) amtierte vom 27.6.1957 (Ernennung) bis zum 8.1.1979 (em.). Sein Wappen ist geviert, Feld 1 und 4: "Fränkischer Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden Spitzen geteilt, Feld 2 und 3: in Blau ein goldener Wellenbalken, oben von vier und unten von drei balkenweise gereihten goldenen Flammen begleitet. Der Bischof greift mit dem fränkischen Rechen die traditionelle Komponente fürstbischöflicher Wappen auf. Das persönliche Feld steht mit seiner Zahl 7 für die sieben Sakramente bzw. die sieben Gaben des Heiligen Geistes und verbindet die Elemente Feuer und Wasser. Seine Devise ist dem Lukasevangelium Lk 1,17 entnommen und lautet: Domino plebem perfectam, dem Herrn ein wohlbereitetes Volk (schaffen). Das Wappen wird mit einem dahinter aufrecht gestellten goldenen Vortragekreuz und mit einem grünen Galero mit 2x 6 grünen Fiocchi geführt.

Dom zu Würzburg, Schlußsteine im nördlichen Seitenschiff

Genau wie im südlichen Seitenschiff ist auch im nördlichen Seitenschiff des Würzburger Kiliansdomes eine Reihe interessanter Wappenschlußsteine zu finden. Auch hier besteht die um 1500 entstandene Gruppe heraldischer Schmuckelemente aus den Wappen des amtierenden Fürstbischofs und einiger Domherren. Einige Wappen sind inhaltlich gleich mit denen im anderen Seitenschiff, andere singulär. Zwei Bischofswappen aus dem 20. und 21. Jh. wurden anläßlich zweier Renovierungen angebracht und ergänzen die Reihe der Schlußsteine um moderne Elemente.

Dieser auf 1501 datierte Schlußstein trägt das Wappen des 1495-1519 und damit zur Zeit der Anbringung dieser Schlußsteine amtierenden Würzburger Fürstbischofs Lorenz von Bibra (Umschrift: Laurentius dei gratia Episcopus Herbipolensis Franci(a)e Orientalis Dux 1501). Das Wappen ist geviert, Feld 1: "Fränkischer Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken, Feld 2 und 3: in Gold ein steigender schwarzer Biber mit geschupptem Schwanz, von Bibra, Feld 4: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg. Auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken wird eine Kombinationshelmzier geführt, ein Paar Büffelhörner, jeweils im Spitzenschnitt rot-silbern geteilt, oben dazwischen drei Straußenfedern in den Farben Silber, Rot und Blau, und die Standarten sind verlorengegangen. Das Wappen entspricht dem im südlichen Seitenschiff.

Auf 1501 datierter Wappenschlußstein für Jörg von Giech zu Wiesentfels (gest. 1501), Würzburger Domherr und seit 1495 Dompropst zu Würzburg, in Silber zwei aufrecht gestellte rote Schafscheren nebeneinander, auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken ein wachsender, auffliegender silberner Schwan mit rotem Schnabel, die erhobenen Flügel jeweils mit einer aufrechten, roten Schafschere belegt. Das Wappen entspricht dem im südlichen Seitenschiff, ist aber wesentlich schlechter im Bereich der Helmdecken erhalten.

Hier ist ein moderner Schlußstein mit einem Bischofswappen aus dem 21. Jh. aus der Zeit der Renovierung des Kiliansdomes in den Jahren 2011/2012 durch Jürgen Lenssen zu sehen. Es handelt sich um das Wappen des gegenwärtigen Würzburger Bischofs Friedhelm Hofmann. Der aus Köln stammende Friedhelm Hofmann (geb. 12.5.1942) amtiert seit dem 25.4.2004 (Ernennung). Sein Wappen ist durch ein schwarzes Balkenkreuz geviert, Feld 1 und 4: "Fränkischer Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden Spitzen geteilt, Feld 2: in Blau eine aus dem rechten Untereck kommende goldene Strahlengloriole, Feld 3: in Blau eine aus dem linken Obereck kommende goldene Strahlengloriole. Der Bischof greift mit dem fränkischen Rechen die traditionelle Komponente fürstbischöflicher Wappen auf. Die persönlichen Felder stehen mit den beiden Teilen einer Strahlengloriole sowohl für den biblischen brennenden Dornbusch als auch für die Auferstehung Jesu Christi, vor allem erinnern sie in Zusammenhang mit dem Kreuz an das Gero-Kreuz in Köln. Das schwarze Kreuz, zumindest in Teilen an silbernen Untergrund grenzend, erinnert an das kurkölnische Kreuz. Die Devise lautet CRUX SPES UNICA - das Kreuz ist die einzige Hoffnung. Das Wappen wird mit einem dahinter aufrecht gestellten goldenen Vortragekreuz besonderer Form und mit einem grünen Galero mit 2x 6 grünen Fiocchi geführt.

Benachbart ist ein Wappenschlußstein des Amtsvorgängers, des Würzburger Bischofs Paul-Werner Scheele (6.4.1928-), der vom 31.8.1979 (Ernennung) bis zum 14.7.2003 (em.) amtierte. Der Stein wurde 1987/88 anläßlich einer Renovierung durch Jürgen Schädel angebracht. Das Wappen zeigt unter einem silbernen, mit einem durchgehenden roten Kreuz belegten Schildhaupt in Gold eine silberne Scheibe, die mit drei goldenen, laufenden, im Dreipaß gestellten und mit den Ohren verbundenen Hasen belegt ist. Paul-Werner Scheele brachte seinen Wappenschild aus Paderborn mit, wo er vorher Weihbischof war. Beide Symbole verweisen auf Paderborn, das rote Kreuz auf silbernem Grund als altes Hochstiftswappen ebenso wie das berühmte Drei-Hasen-Motiv, das in einem Kreuzgangfenster des Paderborner Domes zu sehen ist und welches als Einheit in der Dreiheit und damit als Symbol für die Dreifaltigkeit interpretiert werden kann. Als Bischof von Würzburg nahm er keine typisch fränkischen Elemente in sein Wappen auf, das Wappen wird mit einem dahinter aufrecht gestellten goldenen Vortragekreuz und mit einem grünen Galero mit 2x 6 grünen Fiocchi geführt. Die Devise lautet: PAX ET GAUDIUM - Friede und Freude.

Auf 1500 datierter Wappenschlußstein für den Würzburger Kanoniker Bartholomäus von der Kere. Sein Wappen ist von Silber und Schwarz geteilt mit einem oben mit roter Schnittfläche abgetrennten Vogelbein in verwechselten Farben, auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken ein wachsender Rumpf eines schwarzgekleideten Mannes, statt der Arme zwei Flügel, wie der Schild geteilt und belegt, das Gesicht anstelle eines menschlichen Mundes mit einem spitzen Vogelschnabel. Im südlichen Seitenschiff taucht das Wappen für ein anderes Familienmitglied auf.

Dieser auf 1502 datierte Wappenschlußstein ist für Albert von Bibra. Die Inschrift nennt "Albertus de Bibra Maioris et S(ancti) Joh(ann)is (novi) mo(na)sterii (= Stift Neumünster) herb(ipolensis) eccl(es)iar(um) p(rae)posit(us) 1502". Für diesen Domherrn gibt es im Seitenschiff auch einen metallenen Grabplattenbeschlag. Das hier gewendete Wappen zeigt in Gold einen steigenden, schwarzen, rotgezungten Biber mit geschupptem Schwanz, auf dem gekrönten Helm ein eigentlich goldener, beiderseits mit einem einwärts aufspringenden schwarzen Biber belegter Adlerflug.

Der folgende Wappenschlußstein ist auf 1501 datiert und für Wilhelm von Finsterlohe (Vinsterlohe). Die Inschrift bezeichnet ihn als Canonicus und Senior der hiesigen Domkirche: "Wilhelmus de Vinsterloe hui(us) ecclesi(a)e herbipolens(is) Canonicus et Senior 1501". Das Wappen ist von Rot und Silber mit einer rechten Stufe geteilt, auf dem Helm mit rot-silbernen Decken zwei silbern-rot geteilte Büffelhörner.

Dieser Wappenschlußstein ist auf 1502 datiert und steht für Johannes Schott von Schottenstein. Die Inschrift bezeichnet ihn u. a. als Archidiakon der Würzburger Domkirche. Das Wappen der Schott von Schottenstein ist silbern-rot geviert, auf dem Helm mit rot-silbernen Decken eigentlich ein silbern-rot übereck geteiltes Paar Büffelhörner, hier gänzlich silbern und oben abgebrochen.

Dieser Wappenschlußstein, ebenfalls auf 1502 datiert, steht für Eberhard von Grumbach, Kanoniker an der Würzburger Domkirche (Inschrift: Eberhard de Grumbach Canonic(us) hui(us) eccl(esia)e m ccccc ii). Das Wappen zeigt in Gold einen schwarz gekleideten Mohren, der in seiner ausgestreckten rechten Hand drei rote Blumen hält, auf dem Helm mit hier rot-silbernen Decken ein roter Turnierhut, in dessen silbernem Stulp ein schwarz-silbern geteilter Flug steckt. Es finden sich in der Literatur sonst schwarz-goldene Decken, ferner wird der Flug auch als schwarz-golden geteilt oder schräggeteilt beschrieben, im Scheiblerschen Wappenbuch ist er jedoch wie hier schwarz-silbern geteilt.

Dieser komplexe Wappenschlußstein befindet sich ganz im Westen des nördlichen Seitenschiffes und steht für Georg von Vestenberg, Kanoniker und Senior an der Domkirche Würzburg. Er ist aus einem Wappenschild und vier im Vierpaß angeordneten Vollwappen zusammengesetzt. Das Wappen der von Vestenberg ist im Zentrum und im Bild optisch rechts unten zu sehen, es zeigt in Grün einen silbernen Balken, auf dem Helm mit grün-silbernen Decken ein grüner Brackenkopf mit silbernem Balken belegt. Optisch rechts oben ist das Wappen der von Giech zu sehen, in Silber zwei aufrecht gestellte rote Schafscheren nebeneinander, auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein wachsender, auffliegender silberner Schwan mit rotem Schnabel, die Helmzier ist zerstört. Das dritte Wappen, optisch links unten im Bild zu sehen, ist das Wappen der von Hiltmar, in Rot drei (2:1) silberne, gestulpte Hüte, auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein wachsender, silberner Brackenrumpf mit roten Ohren, die jeweils mit einem der silbernen Stulphüte belegt sind (lt. Band: BayA2 Seite: 73 Tafel: 46 der ganze Brackenrumpf rot, nicht nur das Ohr). Das vierte Wappen, im Bild optisch links oben, ist das gewendete (man beachte die Tartschenform) Wappen der von Schaumberg, von Silber, Rot und Blau halbgespalten und geteilt; die Helmzier ist zerstört.

Dom zu Würzburg, Wappen am Vierungsbogen

Am Gurtbogen zwischen Hauptschiff und Vierung ist oben ein Stuckwappen angebracht, das von zwei geflügelten Putten gehalten wird. Das Wappen steht für den Würzburger Fürstbischof Johann Gottfried von Guttenberg, der 1684-1698 amtierte, wozu die Jahreszahl 1703 aber nicht paßt. Das Wappen ist geviert, Feld 1: "Fränkischer Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden Spitzen geteilt, für das Herzogtum zu Franken, Feld 2 und 3: in Blau eine goldene Rose mit doppelter Blattlage und mit goldenem Butzen, Stammwappen von Guttenberg, Feld 4: "Rennfähnlein" = in Blau eine (von der Stange aus gesehen) rot-silbern gevierte, an den beiden senkrechten Seiten je zweimal eingekerbte, schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, für das Hochstift Würzburg.

Hier ist einer der wenigen Fälle, in denen das Wappen dieses Fürstbischofs mit allen verfügbaren Helmen im Oberwappen zu sehen ist: Helm 1 (Mitte): auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein hermelingestulpter roter Hut, aus dem fünf rotbraune (natürliche) Rohrkolben wachsen, Stammkleinod Guttenberg, Helm 2 (rechts): auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken ein Paar Büffelhörner, jeweils im Spitzenschnitt rot-silbern geteilt (hier fälschlicherweise andersherum), Herzogtum zu Franken, Helm 3 (links): auf dem mit einem Fürstenhut gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken drei Straußenfedern in den Farben Silber, Rot und Blau zwischen zwei rot-silbern gevierten Standarten mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg. Meistens wird das Wappen nämlich statt dessen nur mit Fürstenhut, Schwert und Krummstab dargestellt. Schwert und Krummstab gehen hier fast unter im Stuck, sie sind seitlich neben den Puttenköpfen zu sehen.

Literatur, Links und Quellen:
St. Kilians-Dom: http://www.dom-wuerzburg.de/index.php?r=t/
Peter Kolb: Die Wappen der Würzburger Fürstbischöfe. Herausgegeben vom Bezirk Unterfranken, Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. und Würzburger Diözesangeschichtsverein. Würzburg, 1974. 192 Seiten.
Beschreibung dieser Schlußsteine in: Joh. Octavian Salver, Proben des hohen deutschen Reichs Adels oder Sammlungen alter Denkmäler
http://books.google.de/books?id=ZONWAAAAcAAJ S. 146 ff.
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Bischöfe_von_Würzburg
http://www.de.wikipedia.org/wiki/Josef_Stangl - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:WappenStangl.jpg
http://de.wikipedia.org/wiki/Friedhelm_Hofmann - http://www.bischof.bistum-wuerzburg.de/biografisches/ - http://www.bischof.bistum-wuerzburg.de/biografisches/wappen-und-wahlspruch
http://de.wikipedia.org/wiki/Paul-Werner_Scheele - http://www.wissen.bistum-wuerzburg.de/pers--nlichkeiten/bischof-em-

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