Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 21
Schloß Spangenberg (Hessen)

Schloß Spangenberg

Die Burg, die hoch auf dem Berg über dem gleichnamigen Fachwerk-Ort in Nordhessen nahe Melsungen liegt, wurde im 13. Jh. von den Rittern von Treffurt als Schutz einer wichtigen Handelsstraße gegründet, aber 1350 an den Landgrafen Heinrich II von Hessen verkauft. 1350-1366 residierte der hessische Landgraf Otto der Schütz (Heinrichs Sohn) in Burg Spangenberg und nutzte sie als Jagdschloß. 1402 wird der spätere Landgraf Ludwig der Friedfertige hier geboren. Eine größere Umgestaltung erfährt die Burganlage 1567-1592 unter Wilhelm IV von Hessen-Kassel, als die Bastionen ringsum ausgebaut werden, um verteidigungstechnisch auf der Höhe der Zeit zu bleiben. 1631 wird die Burg nach weiterem Ausbau unter Landgraf Moritz dem Gelehrten eine der stärksten hessischen Festungen, die auch im Dreißigjährigen Krieg nicht eingenommen wurde. Ein breiter und tiefer trockener Graben umgibt die Burg. Die Gebäude stammen aus dem 13.-17. Jh. Bemerkenswert ist ferner ein 128m tiefer Burgbrunnen.

Nach der Eroberung durch die Franzosen 1758 während des Siebenjährigen Krieges beginnt der Niedergang, die Burg wird im 19. Jh. als Gefängnis und Kriegsgefangenenlager benutzt. Nach Zerstörung und Brand im 2. Weltkrieg seit 1951 Wiederaufbau, danach bis in die 1980er Jahre Nutzung als Schloßhotel durch das Land Hessen als Eigentümer. Nach der Schließung des Hotels standen die Gebäude leer; ein jagdkundliches Museum war in einem Gebäude im Umfeld untergebracht, welches aber ca. 2013/14 geschlossen wurde. Letzten Informationen zufolge wird die fünf lange Jahre ungenutzte Burg derzeit von der Ich-Zeit Betriebs-GmbH mit Frau Silvana Gattschau als Geschäftsführerin wieder als Hotel hergerichtet, welches 2017 eröffnen soll. Um- und Ausbau des Schlosses Spangenberg sind mit ca. 3 Mio. € veranschlagt. Das Land Hessen wird 2 Mio. zum Umbau beisteuern. U. a. wird der komplette Küchenbereich erneuert; ferner wird ein neuer Aufzug eingebaut. Das neue Pächter-Ehepaar, das selbst ca. 800.000 € in den Umbau stecken wird, die Zimmer in Eigenleistung renovieren und im ehemaligen Jagdmuseum einen Sauna- und Wellnessbereich einrichten wird, besitzt Erfahrung im Hotel- und Gaststättenbereich in historischem Gemäuer, denn Silvana Gattschau ist bereits Geschäftsführerin der Gastronomie des Hambacher Schlosses in Neustadt an der Weinstraße und Arno Gattschau ist bereits Geschäftsführer der Schloß Engers GmbH in besagtem Schloß bei Neuwied, und diese Erfahrung gab den Ausschlag für den Zuschlag des Pachtvertrages.

Das Wappen der Landgrafen von Hessen über dem Burgtor:

Die 2010-2013 aufwendig sanierten Außenanlagen und der Innenhof der Burg sind frei zugänglich, das eine Wappen ist direkt über dem Burgtor angebracht, das andere rechterhand vor der Zugbrücke in einer Stützmauer vermauert. Landgraf von Hessen (Stammwappen): In Blau ein silbern-rot mehrfach geteilter aufrechter Löwe, golden gekrönt und golden bewehrt. Helmzier zwei Büffelhörner, außen besteckt mit je 6 (meist aber 7) Lindenzweigen (auch als Kleestengel bezeichnet). Helmdecken rot-silbern. Die Anzahl der Streifen des hessischen Löwen ist unklar, fest steht nur, daß es sich um Teilungen und nicht um Balken handelt, denn die Anzahl der Teilungsstriche ist immer ungerade, meist 7 oder 9. Ferner ist er immer von silbern auf rot geteilt. Die Zahl der Lindenzweige (auch als Kleestengel bezeichnet) variiert je nach Zeit der Darstellung von je 3 bis 7. Als man später die Büffelhörner mit offenen Mundlöchern darstellte, wurde auch jedes Mundloch mit einem der sieben Kleestengel besteckt. Diese Darstellung zeigt das Wappen noch mit einer alten Helmform (Stechhelm) und einer relativ kurzen, wenig gezaddelten Decke.

Das Wappen der Landgrafen von Hessen vor der Burg:

Landgraf von Hessen: In Blau ein silbern-rot mehrfach geteilter aufrechter Löwe, golden gekrönt und golden bewehrt. Helmzier zwei Büffelhörner, außen besteckt mit je 7 goldenen Lindenzweigen (auch als Kleestengel bezeichnet). Helmdecken rot-silbern.

Literatur, Links und Quellen:
Ein herzliches Dankeschön an Herrn Jens Sensfelder für wertvolle Hinweise.
Literatur: Informationstafel im Burghof.
Siebmachers Wappenbuch, Souveräne, 1.1.1 S. 31, Tafel 57
Siebmachers Wappenbuch, Fürsten A 1.3.3 A Seite 185
Schloß Spangenberg:
https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Spangenberg
Schloß Spangenberg:
http://www.spangenberg-hotel.de/
Umbau:
http://www.hna.de/lokales/melsungen/spangenberg-ort86265/neuer-paechter-kommt-aufs-spangenberger-schloss-4673698.html
Neuer Pächter:
https://www.hessen.de/presse/pressemitteilung/pachtvertrag-fuer-schloss-spangenberg-unterzeichnet

Die Entwicklung des Hessischen Wappens

Ortsregister Photos von Wappen - Namensregister
Zurück zur Übersicht Heraldik

Home

© Copyright Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2006, 2016
Impressum
Bestandteil von
www.dr-bernhard-peter.de