Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 183
Hardheim (Neckar-Odenwald-Kreis)

Das Schloß in Hardheim (Neckar-Odenwald-Kreis, Erfatal)

Das Allianzwappen am Hauptportal

Eine Brücke führt von dem weitläufigen Vorplatz zum Hauptportal des Schlosses von Hardheim. Über dem Renaissance-Portal von 1561 ist ein herrliches Renaissance-Allianzwappen. Die Inschrift über und unter dem Doppel-Wappen lautet:
MIT GOTTES GENADEN AMEN DISEN BAW FIENG AN MIT NAMEN
WOLF VON HARTHEIM GEBVRD CHRISTI ALT DAVSENT FVNFHVNDERT SECHZIG AINS ZALT
MEIN EHLICH GMAHELSO ICH HET VON BERLICHINGEN HIES MARGRET
WARTEN HIE DER GOTTES GABEN DVRCH DER DREIFALTIGKEIT GNADEN

Das Wappen des Wolf von Hardheim

Das Wappen zeigt in Rot einen silbernen Wehrturm mit einem unteren und einem oberen Zinnenkranz. Die Helmzier zeigt den Turm aus dem Schild, aus dem oberen Zinnenkranz wachsend ein Gewappneter. Helmdecken rot-silbern. Der Stammsitz derer von Hardheim liegt bei Wertheim (Franken), weitere Güter liegen in Württemberg. Das Landadelsgeschlecht bzw. Ministerialengeschlecht der von Hardheim war Lehensnehmer der Bischöfe von Würzburg und Mainz sowie der Grafen von Wertheim. Man achte bei diesen Darstellungen auf die in typischer Renaissance-Manier eingerollten Schildränder. Wolf von Hardheim, der Erbauer des Schlosses, typischer Renaissanceherrscher, der die politischen und religiösen Umwälzungen der Zeit geschickt zum Ausbau seiner faktischen Unabhängigkeit nutzte und seine Herrschaft zu wirtschaftlichem Wohlstand führte, führte 1555 die Reformation in Hardheim ein, er setzte zuerst in der Kappel 1558 einen evangelischen Pfarrer ein. Die Blütezeit von Hardheim war das 16. Jh.

Das Wappen der Margret von Berlichingen

Das Wappen derer von Berlichingen ist in Schwarz ein silbernes fünfspeichiges Rad. Helmzier ein sitzender Wolf von natürlicher Farbe, der ein Lamm in seinem Maul hält. Helmdecken schwarz-silbern. Das war auch das Wappen des berühmten Götz von Berlichingen (1480-1562), der seine Hand bei der Belagerung von Landshut verlor, und der mehr noch als durch seine eiserne Hand durch seine berühmten "Pünktchen" berühmt wurde. Also wer einem Heraldiker die berühmten Worte in Erinnerung bringen möchte, wähle einfach obiges Blason... Die Stadt Jagsthausen hat in ihrem Stadtwappen ebenfalls das Rad der Berlichingens, allerdings kombiniert mit der nicht minder berühmten eisernen Hand des bekanntesten Namenträgers im geteilten Schild. Die von Berlichingen sind uralter schwäbisch-fränkischer Adel mit Stammbesitz an der Jagst und aufgrund des "Ritters mit der eisernen Faust" eines der berühmtesten und bekanntesten Geschlechter. Der früheste gesicherte Ahn ist ein Engelhardt von Berlichingen, der 1194 eine Urkunde im Kloster Schöntal siegelt. Die eigentliche Stammreihe beginnt aber erst ab 1286 mit Beringer von Berlichingen und seinem urkundlichen Auftreten. 1815 wurden die Freiherren von Berlichingen in den Grafenstand erhoben, wobei der Titel immer nur dem Ältesten des Gesamthauses vererbt wurde.

Schloß Hardheim heute

In Hardheim gab es früher zwei Burgen, beide im Besitz der Ritter von Hardheim, zweier Brüder, Werner in der oberen Burg und Reinhard in der unteren Burg, die in den Jahren 1324 und 1326 erstmals erwähnt werden. Die obere Burg wurde zum Schloß umgebaut, von der unteren Burg ist heute nur noch der Steinerne Turm (ehemaliger Bergfried) übrig. Das Hardheimer Schloß dient heute als Rathaus.

Literatur:
Eugen Schöler, Historische Familienwappen in Franken, Verlag Degener 3. Aufl. 1999
Siebmachers Wappenbuch
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4
http://www.erfatal-museum.de/Vortrag_BS.htm
Wolfgang Willig, Landadel-Schlösser in Baden-Württemberg, eine kulturhistorische Spurensuche, 1. Auflage 2010, ISBN 978-3-9813887-0-1, S. 191-192

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