Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 110
Bad Mergentheim und der Deutsche Orden

Wappen von Georg Hund von Wenckheim am Archivbau des Deutschordensschlosses

Georg Hund (Hundt) von Wenckheim (1566–1572)
Georg Hund (Hundt) von Wenckheim war der 40. Hochmeister des Deutschen Ordens und hatte dieses Amt 1566–1572 inne, davor war er Statthalter der Ballei Franken. Das Stammschloß des fränkischen Adelsgeschlechtes Hund von Wenckheim ist Altenstein bei Hilpertsheim. Manchmal findet sich daher auch beim Namen der Zusatz "und Altenstein". Wenkheim liegt nördlich von Grünsfeld. Die meisten Hund von Wenckheims waren protestantisch und sind in sächsischen Diensten zu finden. Einzige und herausragende Ausnahme ist der Hoch- und Deutschmeister Georg Hund von Wenckheim. Besonders in seine Amtszeit fällt der Ausbau der Residenz in Bad Mergentheim in ein repräsentatives Renaissance-Schloß. Daher ist auch sein Prunkwappen über der Tür zu Archivbau, einem Teil des äußeren Gebäuderinges, zu finden. Die Familie ist 1722 erloschen.

 

Feld 1 und 4 des gevierten Schildes: In Silber ein durchgehendes schwarzes Kreuz. Das ist das Deutschordenskreuz, hier zusätzlich golden gefaßt. Feld 2 und 3 des gevierten Schildes: In Rot ein silberner gezäumter Pferdekopf. Dies ist das Wappen der Hundt von Wenckheim. Über allem ein Hochmeisterkreuz, ein schwarzes durchgehendes Kreuz, belegt mit einem goldenen Lilienkreuz, ein Herzschild in Gold belegt mit einem schwarzen Adler.

Dazu gehören folgende Helmzieren:

2.) Ein silberner Flug, belegt mit einem durchgehenden schwarzen Kreuz für die Mitgliedschaft im Deutschen Orden. Helmdecken schwarz-silbern. 1.) Ein silbernes Schirmbrett, belegt mit dem Hochmeisterkreuz, besteckt mit 7 goldenen hahnenfederbesteckten Kugeln. Helmdecken schwarz-silbern. 3.) Ein silberner gezäumter Pferdekopf, gehört zum Stammwappen der Hundt von Wenckheim. Helmdecken rot-silbern.

Der Archivbau
Dieser Gebäudetrakt wurde 1568-1571 erbaut. Darin befand sich einst das gesamte Archiv und die Kanzlei des Deutschen Ordens; heute ist es in Wien untergebracht. Dieser Bau ist damit das früheste eigenständige Archivgebäude in Deutschland, das ausschließlich für diese Funktion errichtet wurde.

Die Hochmeister des Deutschen Ordens:

Hospitalbruderschaft (Residenz Akkon):

  1. Sibrand (1190)
  2. Gerard (1192)
  3. Heinrich (1193-1194)
  4. Ulrich (1195)
  5. Heinrich (1196)

Ritterorden (Sitz in Akkon ca. bis 1230)

  1. Heinrich I Waldbott (Walpod) von Bassenheim (1198–1200)
  2. Otto von Kerpen (1200–1208)
  3. Heinrich von Tunna gen. Bart (1208–1210)
  4. Hermann von Salza (1210–1239)

Ritterorden (Sitz in Montfort ca. 1230-1271)

  1. Konrad von Thüringen (1239–1240)
  2. Gerhard von Malberg (1240–1244)
  3. Heinrich von Hohenlohe (1244–1249)
  4. Gunther von Wüllersleben (1249–1252)
  5. Poppo von Osterna (1252–1256)
  6. Anno von Sangershausen (1256–1273)

Ritterorden (Sitz in Akkon 1271-1291)

  1. Hartmann von Heldrungen (1273–1282)
  2. Burchard von Schwanden (1283–1290)

Ritterorden (Sitz in Venedig 1291-1309)

  1. Konrad von Feuchtwangen (1291–1296)
  2. Gottfried von Hohenlohe (1297–1303)
  3. Siegfried von Feuchtwangen (1303–1311)

Ritterorden (Sitz in der Marienburg 1309-1457)

  1. Karl von Trier (1311–1324)
  2. Werner von Orseln (1324–1330)
  3. Luther von Braunschweig (1331–1335)
  4. Dietrich von Altenburg (1335–1341)
  5. Ludolf König (1342–1345)
  6. Heinrich Dusemer (1345–1351)
  7. Winrich von Kniprode (Knipenrode) (1352–1382)
  8. Konrad Zöllner von Rotenstein (1382–1390)
  9. Konrad von Wallenrode (1391–1393)
  10. Konrad von Jungingen (1393–1407)
  11. Ulrich von Jungingen (1407–1410)
  12. Heinrich von Plauen (1410–1413)
  13. Michael Küchenmeister von Sternberg (1414–1422)
  14. Paul Belenzer von Rusdorf (1422–1441)
  15. Konrad von Erlichshausen/Ellrichshausen (1441–1449)

Ritterorden (Sitz in Königsberg 1457-1525)

  1. Ludwig von Erlichshausen (1450–1467)
  2. Heinrich Reuß von Plauen (1467–1470)
  3. Heinrich Reffle von Richtenberg (1470–1477)
  4. Martin Truchsess von Wetzhausen (1477–1489)
  5. Johann von Tiefen (1489–1497)
  6. Friedrich von Sachsen (1498–1510)
  7. Albrecht von Brandenburg-Ansbach (geb. 1490, Hochmeister 1510–1525)

Ritterorden (Sitz in Mergentheim 1525-1809)

  1. Walther von Cronberg (1527–1543)
  2. Wolfgang Schutzbar gen. Milchling (geb. 1483, Hochmeister 1543–1566)
  3. Georg Hund (Hundt) von Wenckheim (1566–1572)
  4. Heinrich von Bobenhausen (1572–1590/95)
  5. Maximilian III von Habsburg, Erzherzog von Österreich (geb. 1558, Hochmeister 1590/95–1618)
  6. Karl von Habsburg, Erzherzog von Österreich (Hochmeister 1618–1624)
  7. Johann Eustach von Westernach (Hochmeister 1625–1627)
  8. Johann Kaspar von Stadion (Hochmeister 1627–1641)
  9. Leopold Wilhelm von Habsburg, Erzherzog von Österreich, Fürstbischof von Passau, Straßburg, Halberstadt, Olmütz und Breslau (geb. 1614, Hochmeister 1641–1662)
  10. Karl Joseph von Habsburg, Erzherzog von Österreich, Fürstbischof bzw. Bischof von Passau, von Olmütz, von Magdeburg, Halberstadt, Straßburg und von Breslau, Statthalter der Spanischen Niederlande (Hochmeister 1662–1664)
  11. Johann Caspar von Ampringen (Hochmeister 1664–1684)
  12. Ludwig Anton von Pfalz-Neuburg, Herzog von Bayern, Pfalzgraf von Neuburg, Bischof von Worms und Liège, Probst von Ellwangen (geb. 1660, Hochmeister 1684–1694)
  13. Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg, Fürstbischof von Trier und Mainz, Fürstbischof von Breslau, Bischof von Worms (geb. 1664, Hochmeister 1694–1732)
  14. Clemens August von Bayern, Erzbischof und Kurfürst von Köln, Bischof von Hildesheim, Paderborn und Münster (geb. 1700, Hochmeister 1732–1761)
  15. Karl Alexander von Lothringen, Prinz von Lothringen, Generalfeldmarschall, Generalgouverneur und Generalkapitän der Niederlande (geb. 1712, Hochmeister 1761–1780)
  16. Maximilian Franz Xaver von Habsburg-Lothringen, Erzbischof von Köln, Bischof von Münster (geb. 1756, Hochmeister 1780–1801)
  17. Karl Ludwig von Habsburg-Lothringen, Erzherzog von Österreich (Hochmeister 1801–1804)

Ritterorden (Sitz in Wien ab 1809)

  1. Anton Victor von Habsburg-Lothringen, Erzherzog von Österreich (Hochmeister 1804–1835)
  2. Maximilian Joseph von Habsburg-Lothringen-Este, Erzherzog von Österreich, Prinz von Modena (geb. 1782, Hochmeister 1835–1863)
  3. Wilhelm Franz Karl von Habsburg-Lothringen, Erzherzog von Österreich (geb. 1827, Hochmeister 1863–1894)
  4. Eugen Ferdinand von Habsburg-Lothringen, Erzherzog von Österreich (geb. 1863, Hochmeister 1894–1923, letzter Hochmeister aus dem Hause Habsburg, zugleich letzter weltlicher Hochmeister, Neffe des vorherigen Hochmeisters Wilhelm Franz Karl von Habsburg-Lothringen)

Klerikaler Orden (Sitz in Wien)

  1. Bischof Dr. Norbert Klein (1923–1933) Ab jetzt nur noch klerikale Hochmeister, da Umwandlung in einen klerikalen Orden.
  2. Abt Paul Heider (1933–1936)
  3. Abt Robert Schälzky (1936–1948)
  4. Abt Dr. Marian Tumler (1948–1970)
  5. Abt Ildefons Pauler (1970–1988)
  6. Abt Dr. Arnold Othmar Wieland (1988–2000)
  7. Abt Dr. Bruno Platter (seit 2000)

Literatur:
Hans-Georg Böhm: Hochmeisterwappen des Deutschen Ordens 1198-1618, Frankonia Buch 1990, Fränkische Nachrichten Druck- und Verlags-GmbH, Tauberbischofsheim, ISBN 3-924780-15-3
800 Jahre Deutscher Orden, Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg in Zusammenarbeit mit der Internationalen Historischen Kommission zur Erforschung des Deutschen Ordens, Ausstellungskatalog, Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh/Münschen 1990, ISBN 3-570-07434-x und 3-570-06676-2.
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4
Die Hochmeister der Residenz Mergentheim, Heft 15 der Schriftenreihe der Vereinigung zur Förderung der wissenschaftlichen Erforschung der Geschichte des Deutschen Ordens e.V. und der Historischen Deutschordens-Compagnie Bad Mergentheim e.V., 1997
http://www.heraldique-europeenne.org/Armoriaux/Teutonique/index.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Hochmeister

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