Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1055
Burghausen an der Salzach

Studienkirche St. Joseph

Hier handelt es sich um die ehemalige Jesuitenkirche von 1630/31 am Ende der Kanzelmüllerstraße mit langgestrecktem Konventsanbau nach Norden. Die frühbarocke Fassade weist ein sehr schönes Portal auf. 1863 brannte die Kirche, wurde aber wiederhergestellt und 1864 wiedergeweiht. Von der ursprünglichen Ausstattung ist daher leider nichts mehr vorhanden. Stifter ist der bayerische Kurfürst Maximilian, 1594 Mitregent, 1595/1597/4.2.1598 Herzog, 25.2.1623 Kurfürst.

Über dem Portal ist das Allianzwappen Bayern/Lothringen angebracht. Das zugehörige Paar ist einerseits Maximilian I. Kurfürst v. Bayern (17.4.1573 - 27.9.1651), Sohn von Wilhelm V. Herzog v. Bayern (29.9.1548 - 1626) und Renata v. Lothringen (20.4.1544 - 22.5.1602 ), und andererseits Elisabeth Renata v. Lothringen (9.10.1574/20.2.1575 - (4/6).1.1635), Tochter von Karl II. Herzog v. Lothringen (1543 - 14.5.1608) und Claude von Frankreich (12.11.1547 - 20.2.1575). Sie war Maximilians erste Frau; die Ehe blieb kinderlos. Nach ihrem Tod heiratete Maximilian am 15.7.1635 Maria Anna v. Österreich (13.1.1610 - 25.9.1665), diese wurde die Mutter des Nachfolgers Ferdinand Maria Kurfürst v. Bayern (31.10.1636 - 26.5.1679).

Das kurbayerische Wappen ist geviert mit Herzschild:

  • Feld 1 und 4: In Schwarz ein goldener, rot gekrönter Löwe (Pfalz)
  • Feld 2 und 3: Von Blau und Silber schräg geweckt (Wittelsbach, Alt-Bayern)
  • Herzschild: in Rot ein goldener Reichsapfel (Erzamt des Erztruchsessen). 1623 wurde die pfälzische Kurwürde (Erztruchsessenamt) an die Herzöge von Bayern übertragen. 1706 verliert Bayern die Kurwürde zur Strafe für das Engagement im Spanischen Erbfolgekrieg, die Pfalzgrafen bei Rhein bekommen wieder das Erztruchsessenamt. In der Inschrift wird Maximilian ausdrücklich als S(ACRI) R(OMANI) I(MPERII) ARCHIDAP(IFER) (= Erztruchsess) genannt.
  • Das Lothringer Wappen zeigt in Gold (abblätternd) einen roten Schrägrechtsbalken, belegt mit drei silbernen Alerions (gestümmelte Adler).

    Literatur, Quellen und Links
    Siebmachers Wappenbücher
    Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
    Georg Miesgang, Wolfgang Schütz: Burghausen. Pannonia-Verlag 1979, ISBN 3-7897-0031-2
    Wilhelm Neu, Volker Liedke: Oberbayern, in: Michael Petzet: Denkmäler in Bayern, Regierungsbezirk Oberbayern, Bd. I.2, hrsg. vom Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Oldenbourg Verlag, München, 1986, ISBN 3-486-52392-9.
    Baudenkmäler in Burghausen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmäler_in_Burghausen

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