Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1044
Regensburg

Karmeliterkloster St. Joseph

Die Karmelitermönche haben in Regensburg eine lange Tradition, aber mit zwei großen Unterbrechungen. Zuerst finden wir sie um 1290 - 1368 bei St. Oswald am Donauufer. Nach einem knappen Jahrhundert zogen sie aber nach Straubing. Erst 1634 gibt es wieder Karmelitermönche in Regensburg, die Kaiser Ferdinand II. gerufen hatte. Sie sind sog. "Unbeschuhte Karmeliten“, gehören also dem reformierten Zweig an. Die Suche nach einem passenden Domizil verzögerte den Neuanfang, auch wenn bereits 1635 der spanische Pater Joseph vom Kreuz und der deutsche Laienbruder Matthias vom hl. Arnold nach Regensburg kamen. Vorläufig wohnte man in St. Leonard. 1641 konnten der Freisinger Hof, der Bamberger Hof und das Gasthaus „Weißes Lampl“ erworben werden, und In Anwesenheit von Kaiser Ferdinand III. konnte am 12.10.1641 der Grundstein zum neuen Kloster gelegt werden. Die Messe feierte man freilich erst noch in der ehem. Kastuluskapelle des Freisinger Hofs. 1642 wird das Kloster Priorat. 1653 konnte nach einer vorangegangenen Spendenaktion endlich der Neubau unter Abriß der Vorgängerbauten in Angriff genommen werden, den finanzielle Engpässe bisher verhindert hatten. 1655 war der Konventbau mit Pfortenbau fertiggestellt, und 1672 konnte die in barockem Stil erbaute Karmeliterkirche geweiht werden.

Berühmt ist der Regensburger „Karmelitengeist“, der dem Kloster seit seiner Erfindung durch Pater Ulrich Eberskirch im Jahre 1721 ein willkommenes finanzielles Zubrot bietet. Mit der Säkularisierung und der Eingliederung des Fürstentums Regensburgs in das Königreich Bayern wurde das Kloster am 3.11.1810 geschlossen und am 13.8.1812 geräumt. Erst 1836 wurden die Gebäude teilweise zurückgegeben, und am 24.11.1836 konnte die zeitweise als Markthalle mißbrauchte und ab 1835 von einem Mönch in eigener Regie renovierte Kirche zum zweiten Mal geweiht und ihrer Bestimmung übergeben werden. 1847 wurde auch der Konvent zurückgegeben, der zwischenzeitlich als Gefängnis zweckentfremdet worden war. Das Kloster besteht heute fort.

Das oben abgebildete Wappen befindet sich über der Konventspforte, deren oberer Querträger (Abb. unten dasselbe Wappen in klein zwischen der Jahreszahl 1654 zeigt. Das Wappen ist eine eingebogene und zu einem Kreuz ausgezogene rote Spitze, begleitet von drei (2:1) Sternen. Die Farbgebung ist mit einem Fragezeichen zu versehen, insbesondere da abweichend von der modernen Wiedergabe.

Literatur, Quellen und Links
Karl Bauer, Regensburg – Kunst-, Kultur- und Alltagsgeschichte, Mittelbayerische Druck- und Verlagsanstalt, 5. Auflage 1997, ISBN 3-931904-19-9
Karmeliterkloster St. Joseph, Geschichte:
http://www.karmelitenkloster-stjoseph.de/geschichte.htm, Zeittafel: http://www.karmelitenkloster-stjoseph.de/zeittafel.htm

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